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Hinweis Vergiftungen

Schnecki

DRK Rettungshunde

  • »Schnecki« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 20. November 2006, 11:34

Vergiftungen

Ich habe mal was gefunden, was Einige interessieren könnte:

Vergiftungen bei Haustieren ist immer wieder ein aktuelles Thema. Prinzipiell gilt die Aussage, dass allein die aufgenommene Menge eines Stoffes darüber entscheidet, ob dieser giftig wirkt oder nicht. Leider gibt es aber Substanzen, bei denen schon geringste Mengen verheerende Auswirkungen haben.

Die nachfolgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr wurde Wert gelegt auf, zum einen sehr häufig anzutreffende Pflanzen und zum anderen Substanzen, von denen man erstaunt ist, dass diese für unsere Haustiere giftig sind.

Küchenzwiebel:
Diese in jeder Küche anzutreffende Pflanze bewirkt in jedweder Form (roh, getrocknet, gekocht) bei Hund und Katze schwere Vergiftungen. Schon 5 - 10g pro Kg Körpergewicht führen beim Hund zur Hämolyse (=Zerstörung der roten Blutkörperchen). Zunächst reagieren die Tiere mit Durchfall und Erbrechen, später folgen Anämie (Blutarmut, blasse Schleimhäute), Anorexie (Verweigerung von Wasser und Futter) und Beschleunigung von Herzschlag und Atemfrequenz.

Avocado:
Das enthaltene Toxin ist ausschließlich für unsere Heimtiere gefährlich und befindet sich in allen Anteilen der Pflanze. Es führt zu schweren Schädigungen des Herzmuskels und damit zu Atemnot, Husten, Ödeme und Bauchwassersucht. Eine Vergiftung endet i.d.R. tödlich, da eine spezifische Therapie nicht existiert.

Kakao:
Dieses menschliche Nahrungsmittel kann von Hund und Katze nur sehr schwer verstoffwechselt werden. Der Inhaltsstoff Theobromin reichert sich im Körper an, was letztlich zu Vergiftungen führen kann. Betroffen hiervon sind auch alle Produkte, welche Kakaobestandteile enthalten (Schokolade!!). Die tödliche Dosis für den Hund liegt bei 100 mg Theobromin pro kg Körpergewicht. Je nach Kakaogehalt sind etwa 60g Milchschokolade pro kg Körpergewicht bzw. 8g Blockschokolade pro kg Körpergewicht (d.h. 100g Blockschokolade für einen 12 kg-Hund) können einen Hund vergiften, evtl. töten. Auch hier reagieren die Tiere mit Durchfall und Erbrechen, später kommen zentralnervöse Störungen (Zittern, Krämpfe, Lähmungen der Hintergliedmaßen, Bewusstseinsstörungen) hinzu.

Nikotin:
Die Aufnahme des Giftes erfolgt in der Regel durch kauen bzw. fressen von Zigaretten oder Kautabak. Dabei sind in erster Linie Welpen betroffen, da diese wesentlich neugieriger sind als ältere Tiere und alles mögliche ausprobieren. Anfangs kommt es zur Erregung, später zur Lähmung des Gehirns: Muskelzittern, Speicheln, Erbrechen, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Krämpfe, Bewegungsstörungen und Kreislaufkollaps.

Auch in Gärten und Grünanlagen lauern Gefahren. So können beispielsweise durchaus Vergiftungserscheinungen durch "Stöckchenspielen" auftreten.

Oleander:
Alle Pflanzenteile des Oleanders enthalten ein herzwirksames Toxin. Bei Hund und Katze kommt es zunächst zu Magen-Darm-Problemen (Speicheln, Erbrechen, Durchfall). Weiterhin zu Herzrhythmusstörungen, Vorhof- und Kammerflimmern und letztlich Herzstillstand. Daneben zeigen die Tiere allgemeine Symptome wie Untertemperatur, Krämpfe, Atembeschwerden und Husten.

Rhododendron und Azalee:
Diese beiden Pflanzen enthalten ein Neurotoxin, welches in erster Linie zu Lähmungen der Muskulatur führt. Auch hier zeigt sich wieder unspezifisches Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Daneben beobachtet man das Reiben des Kopfes an Gegenständen und Augenausfluss. Später kommen ein verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, Atembeschwerden und Muskellähmungen hinzu, die letztlich zur Atemlähmung führen.

Hortensie:
Hierbei sind auch die getrockneten Pflanzenteile giftig. Die i.d.R. weniger dramatische Vergiftung zeigt sich durch Magen-Darm-Störungen mit blutigem Durchfall, Zittern und allgemeiner Schwäche (Schwanken).

Goldregen:
Giftige Teile sind v.a. die Samen, aber auch Wurzeln und Äste, die einen süßlichen Geschmack haben sollen. Die Vergiftungssymptome treten schon nach wenigen Minuten in Erscheinung, in Form von heftigem Erbrechen, Durchfall, Kollaps und epileptiformen Anfällen.

Eibe:
Die gesamte Pflanze, einschließlich der Samen ist hochgiftig. Die einzige Ausnahme bilden die roten Beeren, deren Fleisch ungiftig, deren Samen aber wiederum toxisch ist. Als tödliche Dosis beim Hund gelten z.B. 30g der Nadeln. Die Tiere zeigen Erbrechen, Durchfall, Fieber und Kollaps. Die Pupillen reagieren nicht mehr auf hell-dunkel und man beobachtet Unterhautblutungen, Atemnot, Koma und Tod.

Buchsbaum:
Dank des bitteren Geschmacks werden frische Pflanzenteile selten aufgenommen, gefährlich ist aber auch die getrocknete Pflanze (z.B. In Floristikgestecken). Beim Hund beträgt die tödliche Dosis 5g Blätter pro kg Körpergewicht. Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Erregungszustände und Krämpfe, sowie Lähmungen. Der Tod tritt durch Lähmung der Atmung ein.

Mistel:
Einige Stunden nach Giftaufnahme zeigen die Tiere Erbrechen, Durchfall, Fieber und starken Durst, Krämpfe, Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen, Koma und Herzstillstand.

Obstkerne:
Eine Gefahr geht von Früchten der Gattung Prunus (Kirsche, Pflaume, Aprikose, etc.) aus. Eine Vergiftung tritt aber nur auf, wenn einerseits die Kerne geknackt/zerbissen werden und andererseits eine genügend große Menge auf einmal aufgenommen wurde. Dies ist i.d.R. nur bei unkontrollierter Aufnahme von Fallobst möglich. Die enthaltene Blausäure führt zu Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Fieber, weiterhin zu auffallend roten Schleimhäuten, hellroter Farbe des venösen Blutes, Atemnot, Krämpfe und Schwäche.


Doch nicht nur im Freien lauern Gefahren, auch einige beliebte Zimmerpflanzen sind für unsere Haustiere unverträglich.

Philodendron, Dieffenbachia und Fensterblatt (Monstera):
U.a. ist ihr hoher Gehalt an Oxalsäure (in erster Linie als kleine Oxalat-Nadeln vorliegend) schädlich. Wird die Pflanze verletzt, so dringen diese Nadeln in Haut und Schleimhäute der Tiere ein und verursachen dort sehr rasch starke, schmerzhafte Schwellungen. Durch diese schnelle Reaktion wird meist eine weitere Giftaufnahme automatisch verhindert. Lokale Symptome sind Rötung, Schwellung und Geschwürbildung in der Mundschleimhaut und auf der Zunge. Dies führt zu brennenden Schmerzen, Kopfschütteln, Speicheln, reiben mit den Pfoten am Maul, Versuche zu Trinken und Unfähigkeit, Nahrung aufzunehmen. Später kommt es an der Schleimhaut zu Blasenbildung. Nach Abschlucken der Giftstoffe kommt es zu Erbrechen und Durchfall, gefolgt von Mattigkeit, unsicherem Gang, Lähmung der Hinterbeine, Muskelzittern, Krämpfen bis hin zum Koma.
Teilweise können Schwellungen des Kehlkopfes mit hochgradiger Atemnot auftreten. Gelangen Pflanzensäfte ins Auge, so entzündet sich dieses stark. Das Auge wird zugekniffen, tränt und schwillt deutlich an. Die Abheilung dieser Augenentzündung dauert durchaus 3 - 4 Wochen.

Yuccapalme, Drachenbaum und Bogenhanf:
Die Pflanzensäfte beinhalten Gifte, die zu Schleimhautreizungen und Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) führen können. Die Tiere reagieren mit Zahnfleischentzündung, Speicheln, Erbrechen und Durchfall.
Nachfolgend sind Untertemperatur, Bewegungsstörungen und Blutungen zu beobachten. Ein komatöser Zustand ist möglich.

Gummibaum, Birkenfeige (Ficus benjamini) u.ä.:
Hunde zeigen Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Außerdem Fieber schwankenden Gang und Krämpfe. Bei Katzen kann ein tödliches Nierenversagen folgen.

Weihnachtsstern:
Der Saft dieses Wolfsmilchgewächses verursacht Entzündungen der Maulschleimhaut, Erbrechen und Durchfall. Weiterhin Muskelzittern, schwankenden Gang, Kreislaufversagen und Lungenödeme. Auf der äußeren Haut kann der Milchsaft Reizungen mit Bläschenbildung und allergische Reaktionen auslösen. Gelangt Saft ins Auge, so entstehen starke Entzündungen.

Alpenveilchen:
Die Konzentration giftiger Substanzen ist in den unterirdischen Pflanzenteilen (Knolle) am höchsten, so dass durch die oberirdischen Anteile kaum Vergiftungen auftreten. Es kommt zu Reizungen der Schleimhäute, erbrechen und Durchfall, Untertemperatur und Bewegungsstörungen.

Becherprimel:
In den Drüsenhaaren dieser Pflanze inklusive ihrer Zuchtformen befindet sich ein starkes Kontaktallergen. Nach Sensibilisierung sind allergische Reaktionen der Haut, der Bindehäute und des Atmungsapparates zu beobachten, die Stunden bis Tage andauern.

Brunfelsie:
Die enthaltenen Giftstoffe beeinträchtigen das Nervensystem. Entsprechend beobachtet man (neben Speicheln, Erbrechen und Durchfall) Störungen desselben: Krämpfe und Übererregbarkeit bzw. Muskelsteife, fehlende Reflexe, Atemnot und Koma.

Quelle: unbekannt
Liebe Grüße,
SANDRA


2

Montag, 20. November 2006, 16:42

RE: Vergiftungen

Einige Anmerkungen zu Vergiftungen bei Hunden:

Vergiftungsursache Nr. 1 ist nach wie vor Cumarin, ein gängiges Rattengift.
Alle weiteren Vergiftungen, einschließlich der "Zwiebel- und Schokoladen"-Schreckgespenster, sind sehr seltene Ausnahmefälle. Tödliche Vergiftungen durch allerhand Giftpflanzen sind beim Hund extrem selten, i.d.R. bleibt es ohne Symptome (Hund ist kein Pflanzenfresser) oder bei lokalen Reizungen im Fangbereich, schlimmstenfalls im Magen-Darm-Trakt - dieser eliminiert das Gift dann meist auf natürlichem Wege durch Erbrechen. (Natürlich - immer aufpassen, lieber mal zuviel zum TA als zu wenig). Häufiger Vergiftungsweg: Verabreichung von selbstgesammelten "Heilkräutern", oder aussaufen der Blumenvase mit giftigen Pflanzen.
Zur Schokolade: unter 300mg/kg Theobromin läuft es i.d.R. ohne jegliche Symptome, d.h. Milchschokolade (bei 140mg in 100 g): Ein 10kg-Hund verträgt 3000mg, das wären etwa über 20 Tafeln (!!!), soviel hat man nicht immer rumliegen, schätze ich.

Generell gilt: Immer Vorrat an medizinischer Kohle bereit haben (hält sich ewig, auch über das Verfalldatum). Dosis: 1-5 g/kg, aber mindestens die 10fache Giftdosis. Bei einem mittelgroßen Hund sind das mal eben locker 30 und mehr Tabletten, nicht kleckern, sondern klotzen!!!!

Abgesehen von "Haushaltsunfällen" sind in erster Linie Trümmersuchhunde von Vergiftungen bedroht, sowohl beim Training (in alten Scheunen oder Abrißhäusern), als auch im Einsatz selbst.

- Benzin und andere flüchtige Erdölprodukte (...Altöl...)
diese sind fettlöslich und können somit auch percutan (also über die Haut) in den Körper eindringen; orale Aufnahme ggf. durch ablecken kontaminierter Fellpartien oder Pfoten und durch Trinken aus kontaminierten Pfüzen.
Antidot ist Paraffinöl, daß sowohl im Magen-Darm-Trakt Erdölprodukte absorbiert, als auch nach Abscheren der betroffenen Haut zum Reinigen dieser (Spüli geht auch sehr gut). Großflächige Absorbtion von Mineralöl verursacht v.a. Leberschäden, die therapiebedürftig sein können, in der Regel aber reversibel sind.

- Cumarinvergiftung: Häufigste Hundeintox überhaupt! Tödlich sowohl bei einmaliger Aufnahme einer größeren Menge (20-50 mg/kg) oder aber bei geringen Mengen (1mg/kg/d) über einen längeren Zeitraum (z.B. eine Woche), wenn der Hund auf der täglichen Gassirunde immer wieder an einen Köder geht. Symptome zeigen sich manchmal erst nach einigen Tagen mit erhöhter Blutungsneigung irgendwo im Körper. Als gut wirksames Antidot steht Vitamin K zur Verfügung, das in großen Mengen tierärztlich verabreicht wird.

- Ethylenglycol, Kühlerfrostschutzmittel; schmeckt süß und ist eine der wenigen gängigen Katzenvergiftungen. Vorsicht beim Training auf Tankstellen/ Schrottplatz/ Werkstattgeländen, eine Behandlung ist oftmals nicht erfolgreich, da die Nieren durch Oxalatkristalle zerstört werden.

- Laugen: Cave beim Training in Abrißgebäuden; man weiß nicht immer, was dort gelagert war und ob noch Reste vorhanden sind. Meist lokale Laugenschäden auf der Haut (Ballen! ganz schlecht heilende Wunden!), durch Ablecken auch auf den Schleimhäuten. Mir ist ein Fall bekannt, wo ein RH nach einer Übung in einem "harmlosen" Industrieabriß unheilbare Verätzungswunden an allen 4 Läufen zurückbehielt, so daß er nach einiger Zeit eingeschläfert wurde. (ist aber schon mind. 15 Jahre her). Sofort (!!!!!!!!) mind. 10 Minuten mit sauberem Wasser grundlich spülen! Bei oraler Aufnahme: Auf einen Schluck Lauge 1 Liter Wasser oder Fruchtsaft trinken... macht das mal mit einem Hund ohne Magensonde! Ungelöschter Kalk wirkt übrigens auch auf feuchter Haut oder Schleimhaut (CAVE Auge) als Lauge. Diesen möglichst trocken (Klebeband) entfernen, Augen mind. 10 Minuten mit lauwarmen Wasser oder besser NaCl spülen.

- Paracetamol : Wenn der Besitzer mal wieder selbst behandelt... giftig ab 150mg/kg, LD50 bei 500mg/kg, macht Lebernekrosen.

- Rauchgase, Kohlenmonoxid, wirkt innerhalb von Minuten! Möglichst sofort reine Sauerstoffbeatmung bzw. Sauerstoffzelt. Cortisonsprays sind beim Hund aufgrund der Schädelform schwierig anzuwenden (Applikator viel zu kurz). Cave Eigenschutz!

- Säuren: prinzipiell gleiches wie bei Laugen, Vorsicht bei Arbeit in Abrissen! Auslaufende Autobatterien stehen immer mal rum... sofort mit viel Wasser auswaschen, bei oraler Aufnahme 100-fach mit Wasser oder Milch (ja! diesmal schon) verdünnen.

- Schlangenbisse: sind per se schon mal sehr selten, da unsere wenigen Giftschlangenarten nahezu ausgerottet wurden. Betroffene Gliedmaße ruhigstellen, Verband (gepolstert!) anlegen, absolute körperliche Ruhe, ab zum Tierarzt... meist reicht eine rein symptomatische Behandlung aus (bei einheimischen Ottern).

Ruhe bewahren, , Kohle verabreichen, Gift asservieren, TA benachrichtigen, losfahren... haltet Euch nicht mit Anrufen bei der Giftnotrufzentrale auf, das macht der TA besser selbst.
Es ist übrigens witzlos, Ihr könnt den Hund nicht selbst zum Erbrechen bringen. Verschont ihn mit Experimenten!

So long
Daniela

Quelle: Niemand/ Suter/ Kohn: Praktikum der Hundeklinik, 10. Auflage 2006
Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand. (Francois de La Rochefoucauld)
+++ The only thing that two dog trainers can agree on is that the third one is doing it wrong.+++
www.rettungshunde-nepal.de

markusw

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3

Montag, 20. November 2006, 18:41

Hi,
Kakao ist mir erst selber passiert. Wir hatten eine Tafel Zartbitter (85%) auf dem Küchentisch liegenlassen und einer meiner Schlawiner hat die spibitzt und gegessen. Naja.

Ab zum Tierarzt und erbrechen lassen. Danach die Kohletabletten, es waren 90 Stück. Hat jemand von euch schon mal versucht seinem Hund 90 Tabletten einzuflösen? Soll ich euch was sagen, meiner hat die so gefressen, als würde das Zeug wirklich gut schmecken ;-)
Grüßle Markus
Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das in höchst gefährlicher Weise den gesunden Tierverstand verloren hat. Nietzsche
https://www.rettungspfoten.de

4

Montag, 20. November 2006, 18:58

Hallo,

danke für den Hinweis... einiges hatte ich noch gar nicht gewusst!

Lg
Vertrau Deinem Hund!

Uli

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5

Dienstag, 21. November 2006, 00:08

hi,
allgemein nicht bekant ist auch, daß rosinen für den hund tödlich sein können... sie führen zum nierenversagen ... schon ca 200g/mittelgroßer hund!
gx uli


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6

Dienstag, 21. November 2006, 00:09

Hi Uli,

hast Du irgendwo eine Literaturstelle dazu?

CU
Daniela
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Uli

BRH Rettungshunde

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7

Dienstag, 21. November 2006, 00:17

hi,
war inder drittletzten vet-impulse, wenn ich es noch recht weiß - vet-impulse auf jeden fall, ausgabe bin ich mir nicht sicher :d1
gx uli


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8

Dienstag, 21. November 2006, 00:23

muß ich mal gucken, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Auf welchen Inhaltsstoff reagieren sie - Blausäure?

CU
Daniela
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9

Dienstag, 21. November 2006, 00:23

Ein paar Ergänzungen hab ich noch dazu:

Beim Steinobst sind die blausäurehaltigen Steine gefährlich, wenn sie zerbissen werden.
Die Symptome sind Übelkeit, Speicheln, Herzklopfen, Atembeschwerden.
Natürlich können die meist scharfkantigen Steine auch unzerbissen zu Verletzungen des Magen-Darm-Traktes führen.

Auch Kernobst sollten die Hunde nur in Maßen fressen, hier ist die Gefahr aber nicht so groß. Allerdings sind 10 Äpfel auf einem Spaziergang auch für einen ausgewachsenen Hovawart etwas viel.

Sehr gefährlich wiederum sind Weintrauben und noch gefährlicher, weil konzentrierter Rosinen. Welche Inhaltsstoffe gefährlich sind, ist noch nicht bekannt, sie führen aber innerhalb von 24 Stunden zu Nierenversagen. Frühe Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen.

Gewarnt wird auch vor rohen Bohnen und grünen oder gekeimten Kartoffeln.
Gefährlich für Kinder und Hunde ist das Zerkauen und Verschlucken von Zigaretten und
Nikotinentwöhnungspflastern.

Krankmachende oder gar letale Mengenangaben sind schwer zu machen, da man immer das Alter, das Gewicht und den allgemeinen Zustand des Hundes im Zusammenhang sehen muss.
Bitte nehmen Sie bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort Kontakt zu Ihrem Tierarzt auf.
Nehmen Sie Reste des verdächtigen Stoffes oder Erbrochenes mit. Handeln Sie schnell.


Giftnotruf: 1 92 40

Speziell mit Tiervergiftungen befasst sich:
Giftinformationszentrale in Mainz
Tel.: 06131 – 19240 (Notfälle)
Tel.: 06131 – 232466 (nicht akute Fälle, Beratung)
http://www.giftinfo.uni.mainz.de


Grüßle
Bibi

10

Dienstag, 21. November 2006, 11:02

Hallo,

Weintrauben??? Ich dachte (zumindes habe ich das in einer Doku über Wölfe gesehen), die seien sehr gesund und nährreich???

Oder ist da der Wolf einfach noch anders als der Hund und verträgt das besser???

Lg, Babsi
Vertrau Deinem Hund!

Schnecki

DRK Rettungshunde

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11

Dienstag, 21. November 2006, 11:18

Bin jetzt auch etwas geschockt, dass Weintrauben giftig sind!!!!! Meine beiden fressen total gerne Weintrauben! Dann werden sie die wohl jetzt nicht mehr bekommen...
Liebe Grüße,
SANDRA


12

Dienstag, 21. November 2006, 21:09

Zitat

Original von Schnecki
Bin jetzt auch etwas geschockt, dass Weintrauben giftig sind!!!!! Meine beiden fressen total gerne Weintrauben! Dann werden sie die wohl jetzt nicht mehr bekommen...


Es ist auf jeden Fall eine Frage der Menge, der Hund einer Freundin hat letzthin ein Kilo Trauben (geklaut und) verdrückt, die kamen fast komplett (unzerkaut, komplette Beeren) wieder hinten raus und dem Hund ging es gut. Vielleicht spielt das auch eine Rolle, je nachdem, auf was die Hunde reagieren (Haut, Kerne ....)

Grüßle
Annette

Uli

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13

Dienstag, 21. November 2006, 22:09

hi,
meines wissens sind die weintrauben ungefährlich, nur die rosinen ein problem. der pathomechanismus ist nicht bekannt und der "schädigende" inhaltsstoff auch nicht.
gx uli


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14

Dienstag, 21. November 2006, 22:41

Hi, ich war noch mal googlen und hab folgendes gefunden:

http://www.vetpharm.unizh.ch/perldocs/index_x.htm

Vitis vinifera CliniTox
Giftpflanzen




Europäische Weinrebe; Weinrebe; Weinstock
Vigne
Vite comune
Grape; Grape vine


Beschreibung und Bilder

Toxizitätsgrad
Hund: stark giftig ++ (Erläuterungen)



Hauptwirkstoffe
Oxalsäure; Glucose und Fructose (Monosaccharide: reife Füchte >15%, Rosinen> 40%).



Wirkungsmechanismen
Es ist nicht bekannt, warum Weintrauben für Hunde in grösseren Mengen ein Nierenversagen bewirken. Es wird eine nephrotoxische oder idiosynkratische Reaktion (Anaphylaxie) vermutet, die zu hypovolämischem Schock und renaler Ischaemie führt.


Toxische Dosis
Hund: 10-30 g Weintrauben/kg Körpergewicht, entspricht 10-12 g Monosaccharide/kg Körpergewicht.



Klinische Symptome
Hund: Erbrechen, Lethargie, Abdominalschmerzen innert Stunden; akutes Nierenversagen mit Oligurie oder Anurie innert 24-72 Stunden, Tod.
Labor: Azotämie mit stark erhöhtem Harnstoff, Kreatinin, Hyperkalzämie und Hyperphosphatämie; erhöhte Amylase. Alle Werte sind im Serum nachweisbar.



Therapie
Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie) mit Schleimhautschutz.
Analgetika, evt. Antihistaminika. Nach sehr grossen Dosen Calciumsubstitution.



Therapie
Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie). Intensives Management nötig, peritoneale Lavage empfohlen.

Uli

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15

Dienstag, 21. November 2006, 22:57

danke ! wieder was gelernt !!
gx uli


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16

Mittwoch, 22. November 2006, 09:37

Mal wieder die Oxalsäure... interessant, guter Link!

VG
Daniela
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17

Mittwoch, 22. November 2006, 12:27

Hallo @,

sind ja interessante Infos, wobei manches wusste ich ja schon.

Aber Ihr habt mich auf ganz neue Gedanken gebracht: Wie sieht es denn mit Brombeeren, Himbeeren und Melonen aus? Nicht im Kilo Bereich, sondern im Bereich 10 - 20 Beeren in der Saison täglich (das ist die einzige Gelegenheit in der unsere Hündin bettelt, sie steht beim Beerenpflücken daneben und sab.... nur so vor sich hin) und etwas Melone?

Danke für evtl. Antworten
Katharina
Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß; mit dem Wissen wächst der Zweifel. J. W. v. Goethe

flip

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18

Mittwoch, 22. November 2006, 13:30

RE: Vergiftungen

Zitat

Original von Daniela
- Paracetamol : Wenn der Besitzer mal wieder selbst behandelt... giftig ab 150mg/kg, LD50 bei 500mg/kg, macht Lebernekrosen.

@Daniela:
Hast Du das mal nach gerechnet?
Ich müßte da bei 150mg/kg ein ganze Packung N2 schlucken (20*500mg),
für die LD50 wären das schon 70 Tabletten (N2 +N3).

Bei Hunden sehe ich da nur die Kombination Taschenratte mit Vollidiot als Halter in Gefahr.
Paracetamol Toxikologie

Viele Grüße,
Philipp
Wann immer Glauben ins Spiel kommt, hat Rationalität keine Chance.
Damit müssen wir uns abfinden.
Denn nichts verleiht einem Argument in dieser Welt so viel Kraft,
als wie der Wunsch, es möge wahr sein.

19

Mittwoch, 22. November 2006, 16:05

hi,

nee, habs jetzt nicht nachgerechnet, natürlich hast Du damit Recht!
Ich hatte da nur den fiebrigen Welpen im Kopf, der sein Paracetamol reingestopft bekommt... da reicht dann mitunter auch schon ne halbe.

LG
Daniela
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Uli

BRH Rettungshunde

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20

Mittwoch, 22. November 2006, 22:14

hi,
wenn ichs noch recht im kopf habe, ist paracetamol aber nicht nur "böse", sondern auch das antidot von acc - wenn dann doch mal eine packung medikamente den weg in den hundemagen gefunden hat :dx11
gx uli


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