Hallo zusammen,
ganz oben hatte ich ein paar Fragen gestellt, die Snowmaster ja indirekt auch beantwortet hat.
Wo kam der Geruch raus und wo zog er dann hin? wo hat er sich so stark angesammelt, daß der Hund ihn finden konnte?
Siehe da, im Nachbarraum, oben drüber im Obergeschoss...
Ich glaube, es machen nach wie vor irrsinnig viele RHS einen Denk- und Ausbildungsfehler. Ihr denkt wie Menschen, nicht wie Hunde - weil Ihr Euch nicht versucht, in die Sinneswelt des Hundes hineinzuversetzen. Und das sollte doch einen Hundeführer/-ausbilder vom normal-Menschen unterscheiden.
WAS zeigt der Hund denn an? Richtig , den Geruch.
Ihr könnt es gerne am Modell oder in der Realität versuchen, mit Räucherstäbchen oder Talkum oder Staub nachzustellen - DA, wo Ihr es gern hättet, daß der Hund anzeigt, da ist oftmals KEIN Geruch! Jetzt fangt Ihr an zu grübeln, na das kann ja wohl nicht sein, hier MUSS er doch anzeigen. Weil Ihr den Kerl seht oder wißt, wo er zu sehen ist. Der Hund weiß es nicht, es sollte ihn auch gar nicht interessieren, er soll Geruch anzeigen. Was passiert denn, wenn er das tut? Wird er denn bestätigt, wenn er eine Raumecke anbellt und mit dem Kopf nach oben verweist? Nööö. Der Schrank steht ja gaaanz woanders. Nur, daß den Hund der Schrank kein bißchen interessiert.
Wir hatten gestern im Training in einer Scheune auch diese Situation - mein Hund zeigt auf dem Dachboden mit fester, sicherer und tiefer Belle an einem Fachwerkbalken an. Dort war definitiv kein Opfer! Trotzdem, diese absolut sichere Anzeige wurde von mir genauso bestätigt, wie ein direkter Fund. Später stellte sich heraus, daß unterhalb der Stelle, an der Außenwand, 2 Personen standen (waren keine Opfer). Mein Hund zeigte anschließend an der verdeckten Heuluke genauso intensiv an. Logisch, da kam der Geruch hoch vom Opfer im Untergeschoß. Wieder bestätigt. Ich war happy, daß meine Hündin, die sich mit verdeckten Opfern nicht immer leicht tut, genau dieses Verhalten an den Tag legte. Die Ritzen von Schränken und Türen hat sie wie ein Staubsauger abgesucht, daß üben wir in der Feinsuche mit den Hunden. Wäre einer drin gewesen, vielleicht hätte sie Witterung bekommen. Eine Garantie ist es aber auch nicht, da der Geruch ggf. an einer völlig anderen Stelle herauskommt, gerade, wenn es sich um Räume handelt.
Die Person im Untergeschoß haben wir dann auch gefunden. Hinter einigen Gattertüren, die der Hund selbst öffnen mußte. Im Raum selbst war schon reichlich Geruch, hin und wieder ließ die Hündin sich hinreißen, schon mal in die Luft zu bellen (was sie eher selten macht). Trotzdem arbeitete sie den alten Schafstall selbständig weiter aus und fand das Opfer dann hinter einer Boxenwand.
Ich denke, gerade in der Trümmerausbildung wird viel zu viel auf Sicht gearbeitet und bestätigt, sobald der Hund ein gewisses Anfängerstadium überwunden hat. Wie ist es denn in echten Trümmern? Das Opfer liegt noch lange nicht da, wo der Hund anzeigt. In einem Einsatz lag es rund 20m entfernt am anderen Ende des Gebäudekellers, der zwar eingestürzt war, aber viele viele Hohlräume hatte, wo der Wind sehr kräftig durchzog. Als Hf sollte man in der Lage sein, genau das anhand der Örtlichkeit und dem Verhalten des Hundes zu erkennen. Sonst graben sich die Leute dumm und dusslig!
So, muß zur Arbeit
Greets
Daniela