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41

Freitag, 22. Januar 2010, 09:08

@ Gandalf
welcher Org gehörst Du an?
Dem THW.

Nach gemPPO verbleibend die Opfer bei der Trümmersuche (leider!!!!!!!) in den Verstecken, so daß man ein Kommando konditionieren muß für 'dieses Opfer hatten wir schon, such bitte ein anderes Opfer', mit der Folge, daß die Hunde recht schnell jedes Opfer nur einmal einzeigen....
Auch im Trümmereinsatz müssen die Opfer in ihrem "Versteck" meistens noch ein paar Stunden verharren (leider!). Ein anderes Kommando brauche ich auch nicht, da der Hund die schon abgearbeitete Fläche nicht erneut absuchen braucht - höchstens später mal, aber dann ist es auch wichtig, dass er mir die Witterung die er vorher hatte auch wieder anzeigt. Verstehe also den Sinn dieser Vorgehensweise nicht, da das Ergebnis ein Hund ist, den ich im Einsatz nicht gebrauchen kann (meine Meinung). Allerdings, das muss ich auch gestehen, ist es sicherlich der ideale Prüfungshund .

Nochmal: es geht uns darum mit dem Hund die Witterungsaustritte zu finden, nicht DAS Opfer! Das kann natürlich auch zufällig passieren, dass ich an der Stelle wo der Hund bellt auch das Opfer habe. Aber
davon kann ich in der Regel nicht ausgehen. Außerdem ist die Person noch lange nicht gerettet nur weil ich weiß wo sie ist :( . Sie muss auch noch heraus geholt werden und hierfür sind eben u. a. auch die angezeigten Witterungsaustritte (wenn es denn überhaupt so viele sind - meistens ist man froh, überhaupt einen gefunden zu haben) eine wertvolle Hilfe.

Die Bestätigung mit der Beute hat auch seinen Grund. Sie kann punktgenau erfolgen und ist unabhängig von meiner Stimmung. Sicherlich kann sich der Hund auch über ein Lob oder auch nur einen entsprechenden Blick des Hundeführers freuen, aber das ist nicht das was ich mit meiner Aufbauarbeit beim Hund mit dem Beutestück erreichen wollte. Mal ein spontanes Beispiel: ein starker Raucher konnte wegen Zigarettenmangel den ganzen Tag noch keine rauchen. Da kommt der rettende Zigarettenautomat, er wirft das Geld hinein aber statt der erhofften Zigaretten kommt seine Freundin um die Ecke und will nett zu ihm sein. Das was sonst so toll ist, wird in diesem Moment aber kein Ersatz für ihn sein.

Außerdem möchte ich eine Bestätigung haben die möglichst unabhängig von äußeren Faktoren ist und ich möglichst zu jeder Zeit einsetzen kann - auch im Einsatz. Nach einer erfolgten Anzeige habe ich in der Regel keine Zeit lange mit dem Hund zu "spielen" und oft genug habe ich es erlebt, dass situationsbedingt ein kurzes Lob von mir sicherlich nicht so 'rüber gekommen wäre, wie der Hund es gewohnt ist. Da ist es schon hilfreich, wenn ich den Hund ablegen kann und er glücklich seine "Beute" hat.
Aber so muss eben jeder für sich und seinen Hund die praktikabelste Lösung finden und das Ziel dabei im Auge behalten.

Gruß
Sylvia

42

Freitag, 22. Januar 2010, 09:30

Natürlich gibt es immer individuelle Unterschiede. Ich belohne ja auch meist mit Beute/Futter, auch den Jagdhund. Belohnung ist einfach das, was der Hund in diesem Augenblick gerne haben möchte. Das deckt sich ja auch mit Sylvias Zigarettenbeispiel und natürlich eignet sich die Beute für unsere Arbeit in der Regel besser, sagte ich ja auch schon.

Dennoch wollte ich anregen, daß man bei der Ausbildung auch über Alternativen nachdenkt, die einen im Einzelfall weiterbringen können.


LG,
Alex

43

Mittwoch, 31. März 2010, 09:04

Halo zusammen,

ich kann die Erfahrung von Gandalf nur bestätigen. Ich führe auch einen Drahthaar und einen Schäferhund. Die Motivation des Drahthaar ist das Suchen selbst. Bei Jagdhunden spricht man vom sogenannten Finderwillen. Zwar bekommt er nach der Anzeige von mir auch die Beißwurst und Lob, die ist aber lange nicht so wichtig und ausschlaggebend für den DD, wie für den Schäferhund. Wenn wir jagen gehen, dann ist der Hund den ganzen Tag im Galopp unterwegs ohne das ich ihn zwischendurch zur Suche motivieren muß. Diese Suchmotivation ist auch vorhanden, wenn er den ganzen Tag keinen einzigen Hasen gesehen hat....was leider auch schon vorgekommen ist :-(

Die Sucharbeit auf Trümmern + Anzeige von geschlossenen Verstecken mußte ich dem DD eigentlich nicht beibringen. Irgendwie können sie das von selbst. Ich staune selbst immer wieder, wieso der DD das so toll macht wo ich den Schäferhund erst durch Ausbildung hingebracht habe. Mein Mann hat mich damals ausgelacht, warum ich 2 Jahre einen Hund ausbilden müßte, was sein Jagdhund auf Anhieb ohne Ausbildung macht. War damals recht frustrierend für mich.....mein Mann hatte allerdings nie Interesse an der RH Arbeit und hat die RH-Ausbildung mit diesem Hund nicht weitergeführt bzw überhaupt angefangen. Dafür habe ich inzwischen eine Tochter dieses Hundes, dem ich aber die Sucharbeit und die Anzeige auch nicht erklären mußte.

Die Fläche ist natürlich wieder ein anderes Thema, da bin ich mir noch nicht so sicher in wie weit der Hund für mich den Schalter umlegt. Sie sucht auch hervorragend den Mensch im Wald. Neulich haben wir allerdings am Seeufer gesucht und vor meinem Hund sind direkt die Enten aufgestanden. Naja......da waren zwischendurch dann die Enten erstmal wesentlich interessanter :-) Da mußte ich dann erstmal wieder in Erinnerung bringen, was wir heute suchen.

@Gandalf, da würden mich Deine Erfahrungen mal interessieren, da Du ja auch einen DD jagdlich führst, oder? Da wir etwas vom Thema abgekommen sind, gern auch als PN, falls es für den Rest hier uninteressant wird.

Viele Grüße
Sabine

44

Donnerstag, 1. April 2010, 22:56

Hi Sabine,

das was Du schreibst kann ich nur voll und ganz bestätigen! Mit dem DD zu suchen ist ein Traum. Keiner meiner anderen Hund kann ihm in Punkto Finderwille, Ausdauer, Systematik und Suchintensität das Wasser reichen. Er scheint das alles einfach so zu können.... Das größte Lob ist für ihn arbeiten zu dürfen, wobei ich ihn auch mit Leckerchen und Beisswurst bestätige, aber ich denke auch nicht, dass das für ihn das wichtigste ist...

Er wird hauptsächlich jagdlich geführt, hat die HZP und ich übe gerade mit ihm für die VGP. Rettungshundeausbildung macht er nur 'hobbymäßig' und unregelmäßig. An ihm probiere ich rettungshundemäßig auch einiges aus. Dennoch arbeitet er auch hier hervorragend, es ist ein Traum. Der Hammer ist es ihn bei der Lawinenhundeausbildung zu beobachten- er kämpf sich systematisch durch den hohen Schnee und wenn er Witterung hat gräbt er wie ein Maulwurf 8o und das alles in seinem jugendlichen Alter von weniger als 2 Jahren und bei kaum diesbezüglicher Übung... Außerdem beeindruckt mich sein unglaubliches Selbstbewußtsein- häufig wirkt er total abgeklärt bei der Arbeit....

Dennoch würde ich keinem raten sich einen DD 'nur' für die Rettungshundearbeit zu holen- es wäre auf jeden Fall ein sehr gewagtes Experiment. In der Fläche könnte ich ihn wohl bis zur Prüfung ausbilden und würde diese mit ihm wohl auch bestehen, wenn ich ihn eng genug führen würde- aber meiner Meinung nach wäre er zumindest in der Fläche niemals einsatzfähig und schon gar nicht nachts....

In den Trümmern sieht das schon anders aus und ich will auch nicht ausschließen mit ihm für die Einsatzfähigkeit zu trainieren- hier widerum kann er meiner Maline in Bezug auf Trümmergängigkeit nicht das Wasser reichen.... Die Witterung arbeitet er aber akurat aus.

Ich denke schon, daß Jagdgebrauchshunde ein anderes Verhältnis zur Suche und grundsätzlich zur Arbeit haben.... Allerdings denke ich auch, dass zumindest unser DD so ist wie er ist, weil er jagdlich geführt wird- ich finde mit einem Hund zur Jagd zu gehen ist etwas ganz besonderes- auch für den Hund, und der Hund muss auch lernen zu kooperieren, wenn er Erfolg haben will. Gehorsam ist das A und O der Ausbildung! Ich denke, daß zumindest unser DD sicherlich in der Gesamtschau nicht der Hund wäre, der er heute ist, wenn er nicht jagdlich geführt werden würde.

Jagdgebrauchshunde sind einfach anders.... ;)

Auf unserer Seite findest Du ein paar Bilder von Hektor, er hat unter 'Mitglieder' ganz unten einen eigenen Link:
www.rettungshunde-stralsund.de

LG,
Alex

45

Freitag, 2. April 2010, 15:58

Hallo Alex,

Du hättest mir schon ein bischen mehr Hoffnung für die Fläche machen können :-) Naja.....wenn es nichts wird ist es auch nicht dramatisch aber ich glaube eigentlich, dass ich das hinbekommen kann. Wenn der Hund den Auftrag bekommt einen Fuchs zu suchen und zu apportieren, darf er schließlich auch nicht zwischendurch den Hasen jagen. Und den Fuchs zu bringen ist eigentlich viel blöder für den Hund als den Menschen zu suchen. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg für die VGP. Ich habe das Programm gerade hinter mir. Hegewald HZP, Bringtreue und VGP. Die Anforderung einer VGP sind schon ganz ordentlich und teilweise ziemlich gegensätzlich von der Aufgabenstellung. Insofern glaube ich schon das der Hund lernen kann, was jetzt gerade dran ist und was von ihm erwartet wird.

Viele Grüße
Sabine

46

Freitag, 2. April 2010, 17:56

Hi,

erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinen Prüfungen :respekt Wer die Anforderungen kennt, weiß was das für eine Arbeit ist........

Wie gesagt, ich denke nicht, daß die Flächenprüfung ein Problem darstellt, wie Du ja schon sagtest muß gerade ein Jagdhund lernen genau zu befolgen, was jetzt gerade abgefordert wird. In der Prüfung kann man den Hund meist ganz gut kontrollieren! Man sieht ja auch genau was der Hund gerade in der Nase hat, bei Wild verhält er sich ganz anders.....
Ich würde mich aber zumindest nach jetzigem Stand einfach nicht trauen selbst nach bestandener Flächenprüfung mit ihm in einen Einsatz zu gehen, zumal diese ja nicht so selten nachts sind, bzw. ich den Hund auch mal evtl. nicht sehen kann... Ich wäre im Einsatzfall in der Fläche am Ende einfach nicht sicher ;(

Vielleicht hast Du aber auch Recht und ich sehe, daß es doch geht..... schwer zu sagen und hängt vielleicht auch vom jeweiligen Hund, bzw. dem Stand der Ausbildung ab.

Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen weiter mit Dir in Kontakt zu bleiben :thumbsup:

LG,
Alex

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »gandalf« (2. April 2010, 18:20)


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