Hallo,
ich habe was die Arbeit der Hunde bei Eis und Schnee angeht, andere Erfahrungen gemacht, als die von Oli geschilderten. Deswegen würden mich die Bedingungen, unter denen Oli gearbeitet hat, auch sehr interessieren.
@Oli: Kannst Du vielleicht genauere Angaben zu den äußeren Bedingungen machen?
z. B. bei dem 24 h Trail: hattet Ihr eine Schneedecke, oder war der Boden schneefrei?
Zu welcher Zeit wurde gesucht? Hattet Ihr Sonnenschein oder war der Himmel bedeckt?
Meine Erfahrung ist die, dass frische Trails auch bei deutlichen Minusgraden gut funktionieren. Bei alten Trails habe ich da andere Ergebnisse:
Ich will ein Beispiel geben:
Training mit Kira am 12.12.09
Alter des Trails: 23 Stunden
Gelände: Wald; zunächst auf befestigtem Weg; dann quer durch den Wald ohne Weg
Lufttemperatur zum Zeitpunkt des Suchbeginns: ca. 0° Tendenz fallend.
Zum Zeitpunkt des Legens hatten wir geringe Plusgrade (ca. +2°) gehabt.
Beim Legen lag kein Schnee.
Während der Liegezeit hatte es geschneit; das meiste war weggetaut.
Auffallend war, dass die befestigten Wege nahezu schneefrei waren, während auf dem Waldboden eine nicht ganz geschlossene Schneedecke nassen Schnees geringer Dicke vorhanden war.
Da ich regelmäßig Trails dieses Alters im Wald arbeite (Schwerpunkt ist hier der Übergang vom Weg runter in den Wald ohne Weg), weiß ich ziemlich genau, wie mein Hund unter diesen Umständen arbeitet.
Unter „Nichtfrostbedingungen“ ist Kira zuverlässig im Stande einen 24 h Trail quer durch den Wald zu verfolgen.
Bei dieser Übung war das nicht der Fall. Kira kam vom Ansatz weg, folgte dem Trail auf einem befestigten Waldweg (Wegstrecke: 330 m) bis zum Übergang in den Wald. Sie reagierte innerhalb von ca. 10 m auf das Ende des Trails auf dem Weg – kehrte um und suchte den Anschluss in den Wald. Sie hatte allerdings allergrößte Mühe, den Trail ab dieser Stelle zu finden. Ihr ganzes Suchverhalten deutete darauf hin, dass – wenn überhaupt - dann eine sehr „lückenhafte“ Geruchsspur vorhanden ist.
Letzten Endes haben wir uns bei dieser Übung „durchgewürgt“... (an der Sinnhaftigkeit einer solchen Übung kann man durchaus zweifeln. Wobei der Sinn aus meiner Sicht der ist, Erfahrungen darüber zu sammeln, wo die Grenzen liegen.)
Es gab Teilstrecken, wo Kira den Trail einigermaßen verfolgen konnte, aber es gab auch Abschnitte, wo sie abdriftete, lange erfolglos bögelte und letzen Endes durch eine Negativ-Anzeige deutlich machte, dass sie den Geruch nicht wieder finden kann.
Aus meiner Sicht gibt es keine andere Erklärung für die Schwierigkeiten, die mein Hund hatte, als die Wetterbedingungen. Ob der einsetzende Frost oder der Schnee oder beides das Problem waren, kann ich nicht sagen. Aber dass diese Faktoren keine Rolle gespielt haben, das schließe ich aus.
Viele Grüße
Renate