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21

Montag, 7. Dezember 2009, 07:39

Ein Jahr? Sooo lange brauchen wir zwei niemals! Wie wär´s mit ´nem Vierteljahr?



.........................okay, war vielleicht ein bisschen dick aufgetragen... :rolleyes:

22

Montag, 7. Dezember 2009, 08:25

Wer es eilig hat, muß langsam gehen (Konfuzius).
Ein langsamer Aufbau in kleinen Schritten läßt dem Hund genug Zeit, das gelernte zu festigen und die Aufgabe wirklich zu verinnerlichen.
Zu viele Hunde machen Fehler, weil sie zu schnell aufgebaut wurden ohne daß man im ersten Moment bemerkt, daß sie etwas nicht wirklich verstanden haben.

Ich kenne mich übrigens weder mit dem Pendeln noch mit dem Freiverweis aus. Vom Bauchgefühl her würde ich aber immer sagen, daß man die Hilfen so klein wie möglich halten sollte.
Ich finde auch, daß Daniela mit ihrer Methode sehr viele Hilfen anbringt und frage mich (bzw. Euch natürlich), ob es noch andere Wege gibt, dem Hund das Pendeln beizubringen.

Für den Bringsler, der an der Leine zurückführt, haben wir nur minimale Hilfen benötigt.
Gruß Wiesie


Wenn Du etwas wissen willst, frage stets einen Erfahrenen, nie einen Gelehrten! (Konfuzius) 8o


23

Montag, 7. Dezember 2009, 17:58

klar, Du kannst das auch shapen... gar keine Frage...

Der Gedanke, der dahinter steht, ist ein anderer. Ich will am Anfang möglichst oft die richtige Handlung belohnen, da über Belohnung am besten gelernt wird. Ich will, dass dabei die Übung korrekt ausgeführt wird, denn so halbrichtig ist eben nicht richtig und das will ich nicht belohnen, sonst weiß der Hund ja nicht, was eigentlich gewollt ist und zeigt später eine unsaubere Arbeit.

Also arbeite ich mit Kommandos, die der Hund kennt. Notwendige Kommandos beim Fvw wären damit:
Such&hilf beim Ansatz,
das Kommando "Geh Frauchen" wenn der Hund vom Opfer weg geschickt wird,
gleichzeitig ein "Hier" oder "Komm" vom Hundeführer, damit er kommt,
ein Signal für die Anzeige (am besten auch ein Hörzeichen, es fällt einem viel leichter Hörzeichen wegzulassen, als unbewusste Körpersignale abzubauen),
ggf. ein Ruhig- oder Wartekommando, bis der Hund angeleint ist, und
ein Kommando für "Zeigs mir" für den Refind
(und bei Bedarf noch mal ein "Hörzeichen" oder anreizen vom Opfer).

Das wäre der Fvw an der Leine. Vorausgesetzt, der Hund weiß, was mit den Hörzeichen gemeint ist, wird er damit die einzelnen Bestandteile der Handlungskette auch ausführen. Das Kommando wird gegeben, der Hund führt es aus und zwar korrekt und ohne zu schlunzen oder sonstwie abzukürzen, und er bekommt dafür seine Belohnung. Angenommen, der Hund löst sich nicht vom Opfer - was würde ohne ein Kommando passieren? Der Hund geht meinetwegen Karnickelköttel fressen auf dem Weg zum Hf oder an den nächsten Busch zum pissen. Und dann? Shapen?? Schimpfen? Wie lange will ich warten, bis der Hund zu mir kommt als Hf? Soll ich ihn für diese unsaubere Übung dann etwa noch belohnen? Und damit dem Hund sagen, also gut, Du kannst auf dem Rückweg prinzipiell treiben was Du willst, wenn Du irgendwann bei mir auftauchst, gibts Fressi??? Irgendwann lernt der Hund, dass pinkeln gehen zum Ablauf der Handlungskette dazu gehört (...blöd nur, wenn die Blase irgendwann leer ist, dann funktioniert womöglich die ganze Anzeige nicht mehr ;) ). Wenn ich als Hundeführer "Pfui" rufe und schimpfe, kann ich Glück haben und der Hund bricht die unerwünschte Handlung ab. Und dann? Damit weiß der Hund immer noch nicht, was er stattdessen tun soll. Also brauche ich an dieser Stelle ein Kommando um ihn auf die richtige Bahn zu lenken und ihn belohnen zu können oder zumindest die Übung zum Abschluss zu bringen - und zwar nicht so, wie der Hund will.

Jetzt haben wir gesagt, dass wir die Pendelei nicht in 1000 Einzelteile zerlegen wollen, sondern im ganzen üben. Das ist eine zwar sich ständig wiederholende Handlungskette, aber die ist trotzdem ziemlich umfangreich. Wenn der Hund jetzt 4x brav hin-und-her gependelt ist und beim 5. mal nicht mehr ganz bis zum Opfer dran geht - dann kann ich ihn schon nicht mehr belohnen, auch wenn er das 6. und 7. Mal, bis der Hf beim Opfer eintrifft gut gearbeitet hat! Sonst belohne ich, dass er abgekürzt hat. Ich müsste in dem Moment, wo der Hund schummelt, die ganze Übung abbrechen. Das wiederum führt irgendwann unweigerlich zum Auslöschen des gesamten Handlungsablaufs, und das ist ja nicht Sinn der Sache - es sei denn, ich kann ihm die Übung so servieren, dass er sie definitiv 100% korrekt ausführt und gar keine Fehler machen kann und dafür dann belohnt wird. Nur dann kann der Hund sich den Unterschied zwischen "richtige Übung" und "schief gegangen, hat keinen Sinn" erklären.

Ich will von vornherein nicht, dass der Hund in der Aufbauphase Gelegenheit bekommt, Fehler zu machen. Daher erkläre ich ihm jeden einzelnen Teilschritt mit einem Kommando (das ja bereits beim Anzeigenaufbau einstudiert wurde und das der Hund fehlerfrei beherrscht). Wenn er einzelne Teilschritte perfekt zeigt, muss ich dafür kein Kommando mehr geben. Wenn er anfängt zu schludern, dann brauche ich die Übung nicht abzubrechen (zumal auch da der Zeitpunkt so exakt getimed werden muss wie ein Lob - d.h. innerhalb von max. 2 Sekunden), sonst kapiert der Hund nicht, was ich sagen will. Mach das mal, wenn der Hund nicht zum Opfer rangeht und Du noch 10 m weg bist, der Hund sofort auf der Hinterachse kehrt macht und freudig zu Dir zurück kommt, bevor Du überhaupt Luft geholt hast um was zu sagen!!! Stattdessen sage ich "Nein - zeigs mir" und gebe ihm klare Ansage und das Opfer lockt ihn mit "komm her" zu sich. Wenn der Hund diese Ubung zwar geradebrecht, aber doch richtig gemacht hat, kann ich ihn wiederum dafür belohnen. Spätestens, wenn sich ein Fehlverhalten etabliert hat, muss ich eh anfangen, mir einen Übungsablauf einfallen zu lassen, bei dem der Hund einfach nicht in der Lage ist, einen Fehler zu machen, damit ich ihn für das richtige belohnen kann. Also kann ich auch gleich so anfangen.


Denk mal dran, wie Du dem Hund die Grundstellung, also das Kommando-freie Absitzen neben Dir, sobald Du stehen bleibst beigebracht hast... Du hast 2 Möglichkeiten: Du shapest es, dh. Du bleibst stehen und wartest, bis der Hund irgendwann vor Müdigkeit oder aus Übersprung den Hintern runternimmt und sich hinsetzt. Dann shapest Du ihn gerade neben Dich in die korrekte Grundposition und dann übst Du irgendwann ein schnelles Setzen und belohnst die langsamen Versuche nicht mehr.
Andere Möglichkeit: Du bringst ihm erst das Kommando Sitz bei, indem Du ihm das Leckerchen so über den Kopf hältst, dass er automatisch irgendwann den Hintern auf den Boden bringt. Dazu sagst Du sitz und gibst ihm die Belohnung. Das lernen Welpen in den ersten Tagen beim Hundeführer. Gehst Du mit ihm nun die Unterordnung und bleibst stehen, sagst Du "sitz", der Hund setzt sich, weil er das so gelernt hat und verknüpft es nach und nach mit immer der selben Situation: Du bleibst stehen. Irgendwann setzt er sich automatisch, weil er das Stehenbleiben ebenso mit der Handlung hinsetzen verknüpft hat wie das Hörzeichen. Angenommen, Du übst das erstmalig mit Deinem Hund auf einer nassen kalten Wiese... Dein Hund setzt sich womöglich nicht spontan hin, a) weil es doof ist und b), weil "stehenbleiben bei nasser Wiese" nicht in sein Denkschema eingebaut ist, denn bislang hast Du nur auf dem trockenen Platz geübt. Die Umstände sind also andere und schon ist das Kommando Stehenbleiben = Sitz aufgehoben. Was tust Du ? Du korrigierst ihn mit dem Kommando "Sitz", gibst also eine klare Ansage, die keinen Ermessensspielraum enthält. Sitzt der Hund, belohnst Du ihn hoffentlich... 8)

Das ist nichts anderes, als die von Euch so merkwürdig empfundenen "vielen Hilfen" die eigentlich nur klare Ansagen für den Hund sind, damit er nicht in Verlegenheit kommt, Fehler zu machen. Ich würde dabei auch auf klare, eindeutige Kommandos zurückgreifen und Dinge wie anreizen, anschnalzen, weghüpfen, aufmerksam machen usw. möglichst vermeiden, denn diese haben auf den Hund keine inhaltlichen Aussagen. Er lernt mitunter nur, dass er das Opfer/den Hundeführer lang genug zappeln lassen muss, damit dieser aktiv wird und es sich wieder lohnt, dorthin zu gehen. Die Frage ist dann, wer von beiden den Schalter betätigt... AKtion und Reaktion sozusagen... eigentlich sollte ja der Hund mit seiner Handlung in Vorlage treten, um vom Menschen eine Reaktion zu erhalten und nicht umgekehrt. Beim Fehlerkorrigieren ist es manchmal sehr interessant, was für komplexe Kommunikationsmechanismen sich so als Handlungskette zwischen Mensch und Hund etablieren :hat2

Aber egal, WIE jeder seinen Hund ausbildet, ist dessen eigenes Vergnügen, und da wird auch jeder irgendwann seinen eigenen Stil entwickeln. Ob erfolgreich oder nicht, zeigt sich dann... es gibt mehr als einen erfolgreichen Weg...

CU
Daniela
Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand. (Francois de La Rochefoucauld)
+++ The only thing that two dog trainers can agree on is that the third one is doing it wrong.+++
www.rettungshunde-nepal.de
www.rettungshundestaffel-mittelhessen.de

24

Montag, 7. Dezember 2009, 20:31

Tja, wir können es uns ja mal in nem Jahr vorführen lassen, wenn es klappt und gefestigt ist. Wie wär das? ;-))
Ich bin dabei ! Bin ja immer an dem Ausgang von Versuchen interessiert und da ich ja auch nen Fvw habe :) .
Ciao Claudia
Ciao Claudia
Sheila ( die ich nie vergesse ) und Lennox

25

Montag, 7. Dezember 2009, 20:53

@ Daniela,

vielen Dank für Deinen langen Beitrag, der war sehr interessant.
Du hast so gesehen natürlich recht. Wie gesagt, ich habe noch keinen Freiverweiser ausgebildet. Unser Beauci wird bringsler und dem haben wir es beigebracht, wie wir es auf einem Seminar bei Bjarne gesehen haben. Er hat erst einmal gelernt, das Bringsel festzuhalten, dann hat er das Zutragen gelernt und dann den Transport vom Helfer zum Hundeführer. Da er da schon nur noch das Bringen des Bringsels im Sinn hatte, stellte sich die Frage gar nicht, ob er vielleicht nicht ganz zum Helfer laufen würde, denn dort bekommt er ja das heiß begehrte Bringsel.
Somit haben wir bisher nur ein einziges Komando gebraucht: "ZEIG!" Als Signal, nun (an der Leine) zurück führen zu dürfen.
Gruß Wiesie


Wenn Du etwas wissen willst, frage stets einen Erfahrenen, nie einen Gelehrten! (Konfuzius) 8o


Uli

BRH Rettungshunde

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Beruf: Tierärztin

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26

Montag, 7. Dezember 2009, 21:27

Hi,

Zitat

Du hast 2 Möglichkeiten: Du shapest es, dh. Du bleibst stehen und wartest, bis der Hund irgendwann vor Müdigkeit oder aus Übersprung den Hintern runternimmt und sich hinsetzt. Dann shapest Du ihn gerade neben Dich in die korrekte Grundposition und dann übst Du irgendwann ein schnelles Setzen und belohnst die langsamen Versuche nicht mehr.

Hmmmmm, sorry, Du polemisierst so, dass ich mich etwas frage, in wieweit Du Dich mit dem Anformen eines gewünschten Verhaltens wirklich auskennst. Was Du im Zitat unter "Shapen" verstehst, mag gerade noch darunter fallen - in jedem Fall zählt es nicht zu sinnvoller und modernern Hundeausbildung. Großes Plus des Lernens mit positiver verstärkung (im Gegensatz zum Lernen mit Belohnung) ist, dass der Hund die Gelegenheit bekommt, das Lernziel selbst zu erarbeiten und es nicht passiv durch eine Kette von Signalen und Hilfen vordiktiert bekommt. Häufiges Problem dabei ist, dass viel zu große Schritte gemacht werden, immer viel zu selten bestätigt wird und sehr viel Stress und Frust durch eine passiv abwartende Haltung des Hundeführers aufgebaut wird. Das ist dann aber eben keine moderne Hundeausbildung, auch wenn der HF einen Clicker und Leckerchen in der Hand hält...

Sehr anschaulich, um zu verdeutlichen, was ich meine, finde ich diesen Film:

http://www.youtube.com/user/hundcampus#p/u/1/r-vN5MlOg-g

Zählt mal, wie oft da in einer Minute der Hund bestätigt wird! Wie entspannt und konzentriert der Hund bei der Sache ist!!! Wenn man bei den rechts dazu angebotenen ähnlichen Videos schaut, findet man auch Aufbauschritte und Variationen dazu... sehr aufschlussreich.

Gx Uli


Rettungshunde finden Menschen - Mantrailer finden deren Geruch

27

Dienstag, 8. Dezember 2009, 07:36

Hi Uli,

Du hast vollkommen Recht, es kommt wenn man das so liest, völlig falsch rüber. Ich ging davon aus, dass die Leute im allgemeinen Wissen, wie man ein Verhalten shapen kann, deswegen hab ich die Details des Formens, also die kleinen Click&Treat-Schritte weggelassen. Ein Clickerhund bietet irgendwann so viel Verhalten an, dass man nur den richtigen Weg rausclicken muss. Wenn zu wenig Belohnungen kommen, dann kann der Hund dabei nichts lernen. Ich wollte das Clickern keinesfalls negativ polemisieren, sondern den Fokus auf die "konventionelle" Trainingsmöglichkeit legen, die ich beschrieben habe. Das ist ein anderer Ansatz, funktioniert aber auch. Allerdings auch nur, wenn mit Konsequenz und Belohnung gearbeitet wird. Ich rechne dabei auch mit mehr notwendigen Wiederholungen als bei einem Hund, der das Clickern gewohnt ist und sich seine Übung selbst erarbeitet. In Stress gerät ein Hund immer, wen er nicht weiß, was er machen soll oder sein Chef langsam ansäuert oder er nichts von einer Übung hat, weil Chefchen sie für das normalste der Welt hält.... Da macht es keinen Unterschied, ob man den Clicker verwendet oder eine Übung aus einer Aneinanderreihung von Kommando-belegten Einzelübungen aufbaut. Vermutlich entstehen 90+% aller Anzeigeprobleme aus einem zu schnellen, zu undurchdachten und zu wenig mit Belohnung belegtem Vorgehen bei der Ausbildung....

CU
Daniela
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28

Dienstag, 8. Dezember 2009, 12:04

Das würde ich mir auch gerne anschauen. Aber in einem Vierteljahr noch nicht. Selbst wenn der Hund anscheinend am Anfang rasch kapiert, hat es sich meistens bewahrheitet, dass ein zu forsches Vorangehen Einbrüche mit sich bringt. Warum lassen sich die Leute nicht einfach Zeit???

Viel mehr sind es die FWs, welche auf Dauer hin die antrainierte Handlung abrufen können.

Jedenfalls viel Spaß damit...
Solange der Mensch denkt Hunde hätten kein Gefühl,
fühlt der Hund, dass der Mensch nicht denkt.

Lawinenhund

Schüler

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29

Dienstag, 8. Dezember 2009, 18:22

Vermutlich entstehen 90+% aller Anzeigeprobleme aus einem zu schnellen, zu undurchdachten und zu wenig mit Belohnung belegtem Vorgehen bei der Ausbildung....


Ja Daniela, da muss ich dir recht geben!

LG.Roli
Wer hoch bauen will, muss lange am Fundament verweilen! ;)

30

Montag, 11. Januar 2010, 13:30

Freiverweis mit und ohne Leine

Hallo ihr,

also ich habe zwei Rückverweiser,

mein Rüde führt mich an der Leine zurück, meine Hündin pendelt hin und und her.

Fee macht das auch sehr sehr zuverlässig, läuft bis zum Opfer und zeigt jedesmal bei mir an durch anspringen. Sie ist sehr lauffreudig, nur bei der Suche selber löst sie sich nicht sehr weit.

Und auf deine Frage hin, ihr würde es nichts ausmachen, zwischen 10 m hin und her zu pendeln wärend ich mich nicht von der Stelle rühe oder ich in dieser Zeit funke, rede, oder mich sonst wie verhalte. Sie zieht auch gar nicht gerne an der Leine. Ich war auch sehr stolz als ich meine Prüfung mit ihr abgelegt habe und die Prüfer sich einig waren einen so zuverlässigen und gründlichen Rückverweiser haben sie lange nicht mehr gesehen. Das ging runter wie Öl. :thumbsup:

Wir haben das Anfangs immer mit Leckerli beim Opfer und bei mir, dann ab und an mal kein Leckerli, mittlerweile mal mehr mal weniger, also ganz unregelmäßig und manchmal gar kein Leckerli bis zum Schluss der Jackpott kommt.



Mein Rüde ist bei der Suche sehr weitläufig, würde er pendeln, ginge ihm wohl sehr schnell die Puste aus. Ausserdem käme er irgendwann auf dumme ideen wenn es ihm zu lange dauert. Er führt mich an der Leine zurück, mittlerweile hat er auch gelernt, das dickste Gestrüppt oder große Tiefe Pfützen einigermassen zu umgehen :thumbup: , das war anfangs ein Problem. Er verweist bei mir mit Verbellen.



Im endeffekt habe ich geschaut was der Hund von sich anbietet und dass die Chance auf "Unfug" beim Hund, möglichst gering ist.

Und dann tja dann locker anfangen und das Tempo dem Hund anpassen.

Es dauert so lang wies dauert, der eine Hund braucht länger, der andere schnallts sofort und manchmal hängts am Hundeführer. :whistling:



lg

Michaela
„Man kann in die Tiere nichts hinein prügeln, aber man kann manches aus ihnen heraus streicheln.“
(Astrid Lindgren)


Der Hund ist der 6. Sinn des Menschen.
(Christian Friedrich Hebbel)

Heinz

BRH Rettungshunde

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31

Montag, 11. Januar 2010, 22:22

Hi,
Ihr Lieben, Ihr bringt meine ganze Rettungshundewelt zum Einsturz, ich werd nich mehr!

Von weissem:

Zitat

mein Rüde führt mich an der Leine zurück, meine Hündin pendelt hin und und her.

OK, bis hier hin kann ich ja noch folgen.

Zitat

Sie ist sehr lauffreudig, nur bei der Suche selber löst sie sich nicht sehr weit.
Und auf deine Frage hin, ihr würde es nichts ausmachen, zwischen 10 m hin und her zu pendeln

Äh, 10m im Umkreis bei einer Flächensuche?
Ich kenne die Flächensuche von meiner Hündin. Da sind 100 oder 200meter Entfernung so mal eben aus dem Fell geschüttelt.

Zitat

Mein Rüde ist bei der Suche sehr weitläufig, würde er pendeln, ginge ihm wohl sehr schnell die Puste aus.

Genau das ist doch das Problem. Deswegen sehe ich das sogenannte "Pendeln" als sehr kritisch an.

Zitat

Ausserdem käme er irgendwann auf dumme ideen wenn es ihm zu lange dauert.

Dann würde der Hund sein "Einmaleins" der Ausbildung nicht verstanden haben.

Zitat

Er führt mich an der Leine zurück,

Genau so soll es doch auch sein!

Zitat

Er verweist bei mir mit Verbellen.

Und genau an dieser Stelle bricht bei mir alles zusammen.
Ich verstehe nicht warum der Hund verbellt und trotzdem ein Rückverweiser ist?

Also nun brauche ich dringend eine genaue fachgerechte Erklärung!

Meine Rettungshundewelt versteht "Verbeller".
Das sind Hunde die bei der gefundenen Person verbellen.

Dann gibt es die "Bringsler".
Das sind Hunde die bei der gefundenen Person ein "Bringsel" (Gegenstand) ins Maul nehmen und so zu ihrem
HF zurück kommen.
Der Hund wird dann angeleint und führt so seinen HF zu der gefundenen Person zurück.

Dann gibt es den "Freiverweiser".
Diese Hunde laufen nach Auffinden der gesuchten Person zum HF zurück und durch bestimmtes Verhalten
beim HF wird der Fund angezeigt.

Beide der "Bringsler" und der "Freiverweiser" gehören zu der Gruppe der "Rückverweiser!

Wenn also ein Hund bei seinem HF verbellt, warum kann der Hund denn nicht in "Gottesnamen" am Opfer verbellen?
Oder kann jeder sich die Ausführungsweisen zur PO legen wie er es am einfachsten hat?


Heinz
Siehst Du die Lea ohne Leine, brauchst Du Glück und feste Beine!

32

Montag, 11. Januar 2010, 23:00

Och Heinz, es ist doch so einfach.

Der Freiverweiser kommt zu seinem Hf zurück und bellt ihn an, nicht das Opfer. Dann (lässt er sich anleinen und) führt er den HF zum Opfer.
Diese Form der Fvw-Anzeige war vor der gemPPO die einzige, die das DRK akzeptiert hat. Einer unserer Freiverweiser bellt auch die Hf an, wenn er gefunden hat, das ist auch völlig ok und schön eindeutig. Es gibt Hunde, die zwar gern bellen, aber ungern beim Opfer bleiben und ständig den Drang haben, den Hf herbei zu holen. Das ist ein schönes Talent für den Fvw, warum soll man dann nicht auch die Bellfreude am Hf nutzen? Außerdem, es gibt Hunde, die zwar genug Selbstvertrauen haben, bei ihrem Hf zu bellen, aber das sehr sehr ungern allein auf weiter Flur am Opfer machen. Auch diese Hunde können prima Fvw werden und als Anzeige ihren Hf anbellen.
Da muss Deine RH-Welt doch nicht einstürzen ;-)))

Ich hab mal bei einer Prüfung und auch in einem Video mal Hunde gesehen, die Fvw waren, am Opfer eintrafen und dann bellend (und teilweise Volten drehend) zu ihrem Hf zurückkehrten. Wenn das mal keine deutliche Anzeige ist... Sah klasse aus und der Hf kam nicht in die Verlegenheit, seinen Hund weiter zu schicken, wenn dieser eigentlich zur Anzeige ansetzen will. Das ist ein oft gesehenes Ausbildungsproblem vieler Fvw - die setzen sich nämlich nicht unbedingt gegen ihren Hf durch und zeigen unter allen Umständen an. Das fällt dann gern erst in der Prüfung auf, wenn man womöglich erstmalig ohne Funkunterstützung und unter Stress arbeitet und dann feststellt, dass man den Hund weder lesen kann, noch dass dieser eine unbedingte Anzeige durchführt oder sich sogar vom Hf zu Fehlanzeigen verleiten lässt...

VG
Daniela
(nur noch 4 TAge bis Nepal)
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Heinz

BRH Rettungshunde

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33

Dienstag, 12. Januar 2010, 00:30

Hi,
Danke, man lernt doch immer wieder neu dazu!


Heinz
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34

Dienstag, 12. Januar 2010, 07:57

Danke Daniela,

so ist es gemeint.

Mein Bailey kann verbellen, hat aber nicht die Sicherheit jeden Fremden Menschen ohne mich in der Nähe zu verbellen. Er wollte mich dann immer holen. Er ist also ein Umsteller, hat als Verbeller angefangen wurde aber auf Rückverweiser umgestellt. Und da er das Verbellen einmal gelernt hat habe ich diese Anzeige bei mir übernommen, da ich sie schön eindeutig finde.

Meine Hündin habe ich von anfang an als Rückverweiser ausgebildet. Da sie ein solches Energiebündel ist und selten stehen bleibt, sah ich es damals nicht das sie Wirklich beim Opfer bleibt bis ich da bin. Auch wollte sie nicht bellen. Zu hause tat sie schon von sich aus pendeln, wenn sie etwas von mir wollte und das Anspringen tut sie einfach gern. Und mit welchen Wumms sie das bei der Anzeige tut ist es auch eindeutig.

Mittlerweile kann sie auch schön bellen, auch verbellen, das hat ihr mein Rüde gezeigt. Sie bellt aber dermassen schrill und hoch, dass jede Vermisst Person froh sein kann es nicht zu hören.



@ Heinz:

Die 10 m sind als Beispiel für das aufbauen des Pendeln gedacht, natürlich löst sich mein Hund beim Suchen weiter.

Oder bei Kurzanzeigen, die mal kürzer, mal länger sind.

Wenn ich die Kurzanzeige mache und mal ein anderes Opferbild übe oder ich mich mal ganz anders Verhalte als üblich, muss sie trotzdem sicher anzeigen. Üben wir dies, sind die Distanzen erst mal kürzer um zu schauen dass sie korrekt arbeitet.

Auch bei einer Suche kam es schon mal vor das sie Links von mir suchte und ich auf die versteckte Person zulief ohne diese zu sehen, als meine Hündin sie in die Nase bekam und fand, war ich schon recht nah.



Aber es gibt einen Unterschied in den Suchdistanzen meiner Hunde, meine Hündin bleibt möglichst in Sichtkontakt oder in engen Wäldern, nun ich würde sagen im Radius von etwa 50 m, es sei denn sie bekommt etwas in die Nase.

Mein Rüde ist bei der Suche selbstständiger, teilt sich das Gebiet schon fast selber ein, ihn muss ich nur selten in eine Richtung schicken. und er läuft deutlich weiter (ja 200 m können es schon mal locker sein.)

Aber nicht jeder Hund sucht gleich vom Laufmuster.



So ich hoffe deine Rettungshundewelt steht wieder? 8|
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(Christian Friedrich Hebbel)

Heinz

BRH Rettungshunde

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35

Dienstag, 12. Januar 2010, 20:51

Hi,
Ihr seht mich begeistert!


Heinz
Siehst Du die Lea ohne Leine, brauchst Du Glück und feste Beine!

36

Mittwoch, 13. Januar 2010, 13:21

Hut ab, dass ist ja mal ein toller Thread. Guter Austausch, sachlich und auch für Fragen offen. :respekt
Solange der Mensch denkt Hunde hätten kein Gefühl,
fühlt der Hund, dass der Mensch nicht denkt.

37

Donnerstag, 21. Januar 2010, 14:56

FVW

Hallo alle zusammen,

ich sehe es gibt sehr unterschiedliche Meinungen über das Pendeln oder Rückführung an der Leine.

Hat denn einer von euch schon ein Rückverweiser oder Bringsler erfolgreich durch die Prüfung geführt?

LG

38

Montag, 25. Januar 2010, 18:20

Lächel, noch nicht geführt aber ausgebildet. Langt das auch...
Solange der Mensch denkt Hunde hätten kein Gefühl,
fühlt der Hund, dass der Mensch nicht denkt.

39

Montag, 25. Januar 2010, 20:11

Hallo alle zusammen,

ich sehe es gibt sehr unterschiedliche Meinungen über das Pendeln oder Rückführung an der Leine.

Hat denn einer von euch schon ein Rückverweiser oder Bringsler erfolgreich durch die Prüfung geführt?

LG

Vorprüfung mit sehr hut bestanden , warte jetzt auf meine Hauptprüfung :) .
Ciao Claudia
Sheila ( die ich nie vergesse ) und Lennox

Dini

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40

Montag, 25. Januar 2010, 21:46

Ich habe mit meiner Hündin Dini schon mehrere Prüfung erfolgreich bestanden und mein Freund hat mit seiner Hündin Fay auch schon zwei Prüfungen erfolgreich absolviert. Aber ich gebe zu die Prüfungssituation ist schon heikel, da man arg dazu neigt seinen Hund zu beeinflussen und man geht unbewusst in eine Erwartungshaltung und der Hund tut nichts lieber, als die Erwartung des HF zu erfüllen und anzuzeigen :D . Keiner unserer Freiverweiser hat die Prüfung beim ersten mal bestanden, aber Dini war auch der erste Hund in unserer Staffel der zum Freiverweiser ausgebildet wurde und sie musste viele Fehler verzeihen. Mittlerweile haben wir dazugelernt und bei den jetzigen Hunden machen wir es besser. :D

Lg Kristin

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