Moin,
Gedankengang ist den frischesten Scent zu verfolgen. Der Hund lernt über das "Jagdspiel" die frische Spur zu verfolgen. Das bedeutet, dass er zügig aufgrund geeigneter Ausbildungsschritte an die Spur gebunden werden soll. Das intuitive Suchen hat nichts mit dem Suchen aufgrund des nur möglichen Ausarbeiten mittels der Leinenlänge zu tun. Mit der Rasse hat es auch wenig zu tun. Eher sind die Vorerfahrungen ein beschränkender Punkt und die Gedanken, das Verständnis sowie die Emotionslage des HF.
Die Vorstellungen des Verteilens der Hautpartikel ist ein recht unterschiedlich gesehener Punkt. Es werden Partikel vertragen, keine Frage, und es gibt einen gegangenen Weg, ich bezeichne ihn mal als Hauptspur. Ich hab keine Erklärung dafür, nur zeigt mein Hund recht deutlich den gegangenen Weg an. Die Abweichungen sind eher auf weniger als eine Leinenlänge beschränkt. Die Korrekturen nur auf wenige Ausnahmen nötig und seine Arbeit zügig und schnell.
Spuren mit längeren Liegedauern trainieren wir in bestimmten Formen. Known oder Unknown ist je nach Tagesform zu sehen. Die Spuren sind kurz, haben nur beschränkte Ablenkungen und der Schwierigkeitsgrad wird dem momentanen Trainingsziel angepasst. Was für den Hund immer erfolgt ist nach dem Auffinden ein nochmaliges motivieren, wir bezeichnen die Übung als Intensity.
Kommt es zu Schwierigkeiten geht es Schritte zurück. Das Lesen des Hundes ein absolutes Muss und an diesem Punkt immer die Kontrolle durch einen erfahrenen und sicheren Mitläufer.
Was der Hund nach 48 Stunden noch wahrnimmt, kann ich nicht sagen. Das er was bis zu 72 Std. in bebauten Bereichen wahrnimmt, ist ein Erfahrungswert.
Das war eher nicht zielführend. Die Hilfen durch den HF führen zu einer von mir nicht gewollten Abhängigkeit.
(wenn der Hund nie weiter als eine Leinenlänge von der Fußspur weggelassen wird, lernt er auch den Partikeln in diesem Radius zu folgen).
Ich bereite meinen Hund so vor, dass er mir den "Gehorsam" aufgrund gewählter Ausbildungsschritte auf der Trail zeigt. Dazu zählt auch die klaren Negative. Die Selbstständigkeit erfolgt durch die gewählte Ausbildungsform mit den entsprechenden Korrekturen. Das ganze ist recht umfangreich und nicht immer mit dem sofortigen Erfolg gekrönt, den man sich so vorstellt. Nach nun fast zweieinhalb Jahren Ausbildung in einem Ausbildungsweg hat sich für uns recht deutlich gezeigt, was alles möglich ist und wo deutlich die Grenzen liegen.
Die Verteilung der Geruchspartikel stelle ich mir so vor, wie die Blätter vom Baum fallen. Recht viele bleiben unterhalb des Baumes liegen und ein kleiner Teil wird verweht. Über diesen Bereich könnte man nun wieder unterschiedliche Meinungen zu rate ziehen und es bleibt trotzdem blanke Theorie. Für mich zählt die Arbeit meines Hundes. Er hat die entsprechende Nase dafür und mir ist es wichtig seine gezeigten Verhaltensweisen richtig zu interpretieren. Das Wort Motivation hat in dem gewählten Ausbildungsweg eine andere Bedeutung und so mancher kann sich nur schwer damit anfreunden. Die geballte Energie auf den Trail zu bringen ist nicht einfach und in den Trainingsbereichen ist es kein Spaziergang.
Haben grundsätzlich sehr Fuß-Spurnah suchende Hunde die höhere Erfolgsquote?
Es gehört weitaus mehr dazu, als nur den Hund nahe an die Spur zu bringen. Im Seminar in Oklahoma hatten wir einen Blindtrail für die Teilnehmer gelegt. Erfolg war, dass die HF mit ihrem tauben Hund die falschen Schlüsse aus dem Verhalten des Hundes gezogen hat. Die Person wurde erstmal nicht gefunden. Die Faktoren für eine erfolgreiche Arbeit sind sehr umfangreich.
Ist es empfehlenswert jeden Hundetyp in der Ausbildung möglichst nah an diese hinzutrainieren?
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil trainiere ständisch den Fokus meines Hundes und schaue mir seine Verhaltensweisen an. Für mich gibt es nichts schlimmeres als einen Ghosttrail zu laufen. Drum ist mir eine spurnahe Ausbildung wichtig. Dazu zählt unteranderem auch die Arbeit des Negativs und intuitive Suche meines Hundes sowie viele weitere kleine Details die mir im Laufe der Jahre sehr wichtig geworden sind.