Hallo,
habe einen Freiverweiser als Umsteller geführt und möchte dazu etwas ausführen.
Man sollte sich im Klaren sein, das gewisse Schwächen, die der Hund beim Verbellen gezeigt hat, auch beim Freiverweis wiederkehren können. Als Beispiel:
mein Hund hat beim Verbellen spätestens ein Problem gehabt beim Helfer zu bleiben, wenn irgendetwas um ihn herumgesummt ist. Egal ob Fliege, Biene o.Ä.
Da war in jungen Jahren eine fatale Fehlverknüpfung in einer Situation entstanden, welche sich bis heute nicht behoben hat.
Dieses Problem zeigte sich auch im Freiverweis, wenn denn mal die Situation auftrat, das Helfer und Summbrumm zusammentrafen.
War dann aber nicht mehr so das Problem, weil er ja Gas geben durfte um vom Helfer wegzukommen. Ging auch trotzdem wieder zurück.
Das nur so am Rande als Vorwarnung zu meinen, mit dem Rückverweis sind alle Probleme beseitigt.
Ich habe meinen Hund vorrangig mit Hilfe von Angelika Schweitzer, JUH Gießen darin ausgebildet. Daniela Neika, welche früher auch in der Staffel war, hat ebenso Erfahrung damit und bildet glaube ich auch so aus.
Der Hund wurde in den Anfängen und dazu zähle ich auf jeden Fall 8 Wochen Arbeit im Fvw., vom Helfer aktiv gezogen. Was bedeutet, bis die Handlungskette perfekt saß und der Hund zeigte, das er auf die Hilfen von Helfer u. HF kaum noch reagierte sondern alles automatisch abspulte, rief ihn der Helfer zu sich heran. Triebaufbau wie in den Anfängen des Verbellens (wenn man denn so ausbildet)
Das alles auf kurze = sichtbare Distanz.
Nix mit Funkies erstmal, soweit seid ihr noch gar nicht. KEINE Suchen.
Stures einpauken der Handlungskette "Anzeige".
Der Helfer zog den Hund und schickte den Hund auch wieder weg mit Hand u. Hörzeichen. Bei Letzterem zu beachten, das es ein nicht alltäglich gebrauchtes Wort ist. Bei mir war es das Kommando: Back.
Nicht weg o. geh o. Ähnliches.
Der Aufbau sah also erstmal so aus:
Helfer läuft weg, Hund darf im Laufen des Helfers noch hinterher. Bekommt ein kleines! Schlingleckerchen. Kein Spiel o. Lecktubentiraden in der ersten Bestätigungssequenz. Helfer zeigt Richtg. HF, gibt Rückkommando, gleichzeitig ruft der HF ganz verzückt und zieht den Hund zurück. Tolles Leckerchen am HF. Anleinen des Hundes, Helfer macht wieder Trallala, HF gibt Kommando z.B. : zeig´s mir und ab geht´s .
Am Anfang sollte dieses möglichst zügig laufen, also ohne lange Unterbrechungen o. gar Stauung des Hundes. Aber auch keine Hektik aufkommen lassen.
Erst später, wenn die Helfer außer Sicht sind, wird AUSSCHLIEßLICH IMMER mit Funkies gearbeitet. Jeder Hund im Fvw. probiert irgendwann aus abzukürzen. Wenn der HF dann auf einsatztauglich o. Richtg. Prüfung gearbeitet wird, muß ein Anderer in der Staffel den Part mit dem Funkie übernehmen. Es werden sicherlich diesbezüglich durch Missverständnisse mal Fehlanzeigen auftreten, aber diese sollten die Ausnahme bleiben und nicht durch Schlamperei zur Gewohnheit werden .
Geht in der Anzeigehandlungskette nicht zu schnell nach vorne. Ihr müßt ja noch bedenken, das der Hund in die Handlungskette auch noch verschiedene Opferbilder einbauen muß. Eine kleine Veränderung in der Lage der Person kann zum unerwünschten Verhalten wieder umschlagen.
Veränderungen am Helfer, KEINE Veränderung beim HF, Veränderung beim HF, KEINE Veränderung am Bild Helfer.
Weigert sich der Hund mehrmals trotz der Hilfen den Helfer anzulaufen, laßt ihn nicht zu lange rumlaufen und sein eigenes Ding machen. Brecht ab, Boxenbesinnungspause und später neuer Versuch.
Beim Umstellen des Hundes muß man immer bedenken, ihr stellt um, weil der Hund Verbellprobleme der verschiedensten Art hat, oft soziale o.ä. Konflikte. Beachtet man dieses nicht o. ist nicht gewillt ehrlich hinzuschauen, ist der Fvw. genauso zum Scheitern verurteilt wie die Verbellarbeit.
Das soweit erstmal dazu.
Gruß Andrea