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Sonntag, 26. Oktober 2008, 17:13

Er geht nicht bis zum Opfer...

Hallo zusammen!


Ich habe ein "Problem" mit meinem Setter bei der Suche ;( . Woran könnte es liegen, dass er - ein Freiverweiser - mir allein die Witterung des Opfers anzeigt, bzw. wie ich gegensteuern und ihm helfen kann??? Also er läuft los und kriegt dann die Witterung, geht aber nicht bis zum Opfer hin, sondern kommt direkt zur Anzeige zurück.
Hat jemand hier ein ähnliches Problem (gehabt) und kann mir jemand helfen???

Danke und Gruß,
Knut

Schnecki

DRK Rettungshunde

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2

Sonntag, 26. Oktober 2008, 17:46

Hallo Knut,

könntest du mal ein bissel was von euch erzählen?? Wie alt ist dein Hund? Wie lange arbeitet ihr schon mit dem Freiverweis? Wie trainiert ihr bzw. wann bekommt dein Hund seine Leckerchen --> wie ist der Aufbau eurer Anzeige?

So ein paar Infos wären noch ganz hilfreich und wichtig, um dir/euch ein paar Tipps geben zu können ;)
Liebe Grüße,
SANDRA


3

Sonntag, 26. Oktober 2008, 17:53

Also er war zunächst Verbeller, hat aber immer mehr Probleme damit gekriegt. Wir stellen jetzt seit 2 Monaten um aufs Freiverweisen. Er bekommt das erste Leckerchen beim Opfer, wenn er das erste Mal dran ist, dann ein kleines bei mir bei der Anzeige und dann eine größere Belohnung wenn wir dann gemeinsam beim Opfer sind.
Er ist jetzt knapp 3 Jahre alt und wir sind seit etwa 2 Jahren dabei.

Danke schonmal!

Schnecki

DRK Rettungshunde

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4

Sonntag, 26. Oktober 2008, 18:07

Also bekommt dein Hund seinen eigentlich "Jackpot" am Ende, wenn er die Anzeige bei dir gemacht hat und ihr gemeinsam zum Opfer lauft, richtig?!

Versuche mal, die "Wertigkeit" am Opfer zu erhöhen, also dass dein Hund den Jackpot nicht erst am Ende bekommt, sondern wenn er als erstes sein Opfer gefunden hat!

Habe selbst einen Freiverweiser (ehemaliger Verbeller) und ich habe zwischendurch auch immer die "Jackpots" getauscht! Soll heißen, als sie z.B. mal zögerlich beim Zurückführen zum Opfer gelaufen ist, gab es bei den nächsten Anzeigen nur dort beim Opfer den Super-Jackpot. Mittlerweile variiere ich das immer, dass immer unterschiedliches am Opfer auf sie wartet; mal nur Würstchen, mal ne Futtertube, beim nächsten Mal wird mit den Würstchen gespielt, usw.

Vielleicht hilft dir das ja!

Aber du musst auch immer bedenken, dass solch eine Umstellung nicht von heut auf morgen geht! Es kostet zeitweise sehr viele Nerven :hat2 Und wenn ihr schon fast 2 Jahre mit dem Verbellen trainiert habt, das macht die Umstellung nicht gerade leichter... Habe auch knapp 2 Jahre mit meiner Hündin als Verbeller gearbeitet, bis wir sie dann umgestellt haben und das war manchmal keine Spazierfahrt ;)
Liebe Grüße,
SANDRA


5

Sonntag, 26. Oktober 2008, 18:10

Tipp

Hi

Ich hatte das Problem auch schon bei einem Hund in der Staffel. Wir haben Funkgeräte benutzt. Wir haben den Opfern eins gegeben und wurden angefunkt, wenn der Hund dran war. Erst nach diesem Funkspruch wurde dann die Anzeige beim Hundeführer belohnt.

Trotzdem interessiert mich natürlich brennend, wie das so klappt bei euch... Klingt ganz spannend!!! ich stelle mir das sehr schwer vor

Grüße Paul

6

Dienstag, 28. Oktober 2008, 07:42

Hallo nochmal,

das Variieren des "Jackpots" ist sicher keine schlechte Idee, aber schwierig, denn er geht ja überhaupt nicht bis zum Opfer, dh. er kann es dort weder beim Erstkontakt noch beim wieder dort ankommen bekommen, und die Anzeige - die ja nicht sein dürfte, weil er noch nichts gefunden hat - mit einem Jackpot zu belohnen... naja ich weiß nicht.

Mit den Funkis ist ne gute Idee, werden wir probieren. Aber was tu ich nun um ihn zum Opfer zu bringen... weil ohne Kontakt auch kein Funkspruch :S

Danke schonmal"!

7

Dienstag, 28. Oktober 2008, 08:33

Also er war zunächst Verbeller, hat aber immer mehr Probleme damit gekriegt.
Was für Probleme? Was bzw. wie und wie lange habt ihr daran gearbeitet und wie kam es zum Entschluss, ihn umzustellen?

Zitat

Wir stellen jetzt seit 2 Monaten um aufs Freiverweisen
Sorry, aber das sind jetzt dann ja grad 8 Wochen... in acht Wochen bilde ich keinen sicheren Verbeller aus und bestimmt auch keinen sicheren FVW. Und als Umsteller hat der Hund es ja da noch schwerer.
Ich denke, ihr solltet Euch zunächst über den Weg ganz klar werden (vllt. mal Kontakt aufnehmen zu anderen, schon erfahreneren FVW-Ausbildern, die eventuell auch schon Umsteller ausgebildet haben). Und dann nicht zu schnell vorwärts gehen, sondern langsam wieder in kleinen Schritten aufbauen.
-----
Viele Grüße,
Conni

8

Dienstag, 28. Oktober 2008, 08:49

hi,

ich habe zwar keinen FVW, aber mich würde trotzdem noch eines interessieren: Ist er in der Zeit, in der Ihr mit ihm als Verbeller gearbeitet habt, denn bis zum Opfer hin und auch dort geblieben?? Für mich hört sich das so an, als hätte er damit ein Problem.

liebe Grüße

Silke

9

Dienstag, 28. Oktober 2008, 09:17

@ Conni:
Mir ist schon klar, dass er in 8 Wochen kein perfekter Freiverweiser werden kann, aber das verlange ich auch nicht. Wir arbeiten halt dran, und ich versuche ja hier Kontakt mit "Experten" zu dem Thema aufzunehmen. Und auch kleine Schritte sind mir klar. Ich suche ja gerade nach dem Nächsten...

@Gispi:
Er ist beim Opfer geblieben hat aber nur so lange gebellt bis er mich gesehen hat, dann ist er auch noch da geblieben hat aber eben nicht mehr gebellt... Ich denke nicht, dass er ein Problem mit dem Opfer selbst hat bzw. mit dem dort bleiben sondern eher mit dem Anbellen.

10

Dienstag, 28. Oktober 2008, 13:20

Hallo zusammen, für alle Freiverweiser in der RH Arbeit gibt es relativ neu ein kleines Nachschlagewerk mit nützlichen Hilfestellungen.

Das Buch "Der Freiverweis in der Rettungshundeausbildung" von R. Hartl kann man dirket bei Amazon bestellen oder auch über unsere Bücherliste unserer HP unter http://www.drv-bayerwald.de/html/buchtipps.html

LG Petra Knott

RHS Bayerwald e.V. im DRV

11

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 11:04

Hallo Knut,

ich selbst führe auch eine Fvw-Hündin, allerdings keine Umstellerin, sondern wir haben von Anfang an mit dem Fvw gearbeitet.
In meinen Augen ist es ganz ganz ganz wichtig, den Hund erst dann in eine "Suche", selbst wenn sie noch so kurz ist, zu schicken, wenn er den Aufbau der Handlungskette wirklich verstanden hat und dies scheint bei deinem Hund noch nicht der Fall zu sein. Konkret bedeutet es für mich, dass ich keine Anzeige annehme, wenn der Hund nicht wirklich beim Helfer war.
Dann hast du auch kein Problem mehr, deinen Hund dort vom Helfer bestätigen zu lassen und ihm dort auch ein Jackpot zugeben.
Wir hatten einmal das Problem, dass meine Hündin mir nur die Witterung angezeigt hat, daraufhin habe ich mit ihr einige Übungseinheiten in ganz kurzer Distanz und richtig in Sicht eingelegt. Natürlich versuchte sie schnell umzudrehen, da sie ja sogar den Helfer sah.Ich habe dann die notwendigen Kommandos wieder eingesetzt, d.h., sie zum Helfer geschickt - solange, bis sie dort direkt ankam, dann super Belohnung und die Handlungskette fortgesetzt. Dies habe ich einige Male und bei Bedarf immer mal wieder wiederholt. Inzwischen arbeitet sie so, dass sie sich regelrecht ins Buschwerk durcharbeitet um zum Helfer zu kommen.
Im übrigen rate ich euch ganz dringend, immer mit Funkgeräten zu arbeiten um Fehlanzeigenzuvermeiden.
Und ich würde dir ebenso raten unbedingt an einem Seminar für Freiverweiser teilzunehmen, denn dort gibt es immer wieder wetvolle Hinweise und sehr erfahrene Hundeführer, die einem direkt an Ort und Stelle weiterhelfen können. Außerdem ist die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm.

Gruß
Neda

Schnecki

DRK Rettungshunde

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12

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 13:24

Das hast du dann falsch verstanden ;) Den Jackpot soll er natürlich nicht bekommen, wenn er bei dir anzeigt, obwohl er nur die Witterung in der Nase hat!

Ich meinte damit eher, vielleicht wieder einen Schritt zurück zu gehen und Anzeigen auf Sicht zu üben, wie filou auch schon geschrieben hat, ihn dann immer wieder mit Kommando zum Opfer schicken falls er nicht direkt beim Opfer war und wenn er dann dort war, bekommt er den tollen Jackpot, damit er damit verknüpft, dass es super-toll ist, GANZ zum Opfer zu gehen und nicht nur die Witterung aufzunehmen, um dann gleich zu Herrchen zu laufen.

Und Funkgeräte sind natürlich auch super wichtig, um Fehlanzeigen zu vermeiden und auch sicherzustellen, dass dein Hund auch wirklich beim Opfer war.
Liebe Grüße,
SANDRA


13

Dienstag, 4. November 2008, 12:49


@Gispi:
Er ist beim Opfer geblieben hat aber nur so lange gebellt bis er mich gesehen hat, dann ist er auch noch da geblieben hat aber eben nicht mehr gebellt... Ich denke nicht, dass er ein Problem mit dem Opfer selbst hat bzw. mit dem dort bleiben sondern eher mit dem Anbellen.


Mich würde noch mal folgendes ineressieren:
Wann und von wem wurde der Hund bestätigt, wenn er eine Verbellanzeige gemacht hat?
Wurde er immer von Dir oder vom Opfer bestätigt?
Wurde er immer erst dann bestätigt, wenn Du da warst, oder auch zwischendurch?
Gruß Wiesie


Wenn Du etwas wissen willst, frage stets einen Erfahrenen, nie einen Gelehrten! (Konfuzius) 8o


Ventia

JUH Rettungshunde

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Beruf: Krankenschwester

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14

Dienstag, 4. November 2008, 15:36

Hallo,
habe einen Freiverweiser als Umsteller geführt und möchte dazu etwas ausführen.
Man sollte sich im Klaren sein, das gewisse Schwächen, die der Hund beim Verbellen gezeigt hat, auch beim Freiverweis wiederkehren können. Als Beispiel:
mein Hund hat beim Verbellen spätestens ein Problem gehabt beim Helfer zu bleiben, wenn irgendetwas um ihn herumgesummt ist. Egal ob Fliege, Biene o.Ä.
Da war in jungen Jahren eine fatale Fehlverknüpfung in einer Situation entstanden, welche sich bis heute nicht behoben hat.
Dieses Problem zeigte sich auch im Freiverweis, wenn denn mal die Situation auftrat, das Helfer und Summbrumm zusammentrafen.
War dann aber nicht mehr so das Problem, weil er ja Gas geben durfte um vom Helfer wegzukommen. Ging auch trotzdem wieder zurück.
Das nur so am Rande als Vorwarnung zu meinen, mit dem Rückverweis sind alle Probleme beseitigt.
Ich habe meinen Hund vorrangig mit Hilfe von Angelika Schweitzer, JUH Gießen darin ausgebildet. Daniela Neika, welche früher auch in der Staffel war, hat ebenso Erfahrung damit und bildet glaube ich auch so aus.
Der Hund wurde in den Anfängen und dazu zähle ich auf jeden Fall 8 Wochen Arbeit im Fvw., vom Helfer aktiv gezogen. Was bedeutet, bis die Handlungskette perfekt saß und der Hund zeigte, das er auf die Hilfen von Helfer u. HF kaum noch reagierte sondern alles automatisch abspulte, rief ihn der Helfer zu sich heran. Triebaufbau wie in den Anfängen des Verbellens (wenn man denn so ausbildet)
Das alles auf kurze = sichtbare Distanz.
Nix mit Funkies erstmal, soweit seid ihr noch gar nicht. KEINE Suchen.
Stures einpauken der Handlungskette "Anzeige".
Der Helfer zog den Hund und schickte den Hund auch wieder weg mit Hand u. Hörzeichen. Bei Letzterem zu beachten, das es ein nicht alltäglich gebrauchtes Wort ist. Bei mir war es das Kommando: Back.
Nicht weg o. geh o. Ähnliches.
Der Aufbau sah also erstmal so aus:
Helfer läuft weg, Hund darf im Laufen des Helfers noch hinterher. Bekommt ein kleines! Schlingleckerchen. Kein Spiel o. Lecktubentiraden in der ersten Bestätigungssequenz. Helfer zeigt Richtg. HF, gibt Rückkommando, gleichzeitig ruft der HF ganz verzückt und zieht den Hund zurück. Tolles Leckerchen am HF. Anleinen des Hundes, Helfer macht wieder Trallala, HF gibt Kommando z.B. : zeig´s mir und ab geht´s .
Am Anfang sollte dieses möglichst zügig laufen, also ohne lange Unterbrechungen o. gar Stauung des Hundes. Aber auch keine Hektik aufkommen lassen.

Erst später, wenn die Helfer außer Sicht sind, wird AUSSCHLIEßLICH IMMER mit Funkies gearbeitet. Jeder Hund im Fvw. probiert irgendwann aus abzukürzen. Wenn der HF dann auf einsatztauglich o. Richtg. Prüfung gearbeitet wird, muß ein Anderer in der Staffel den Part mit dem Funkie übernehmen. Es werden sicherlich diesbezüglich durch Missverständnisse mal Fehlanzeigen auftreten, aber diese sollten die Ausnahme bleiben und nicht durch Schlamperei zur Gewohnheit werden .
Geht in der Anzeigehandlungskette nicht zu schnell nach vorne. Ihr müßt ja noch bedenken, das der Hund in die Handlungskette auch noch verschiedene Opferbilder einbauen muß. Eine kleine Veränderung in der Lage der Person kann zum unerwünschten Verhalten wieder umschlagen.
Veränderungen am Helfer, KEINE Veränderung beim HF, Veränderung beim HF, KEINE Veränderung am Bild Helfer.
Weigert sich der Hund mehrmals trotz der Hilfen den Helfer anzulaufen, laßt ihn nicht zu lange rumlaufen und sein eigenes Ding machen. Brecht ab, Boxenbesinnungspause und später neuer Versuch.
Beim Umstellen des Hundes muß man immer bedenken, ihr stellt um, weil der Hund Verbellprobleme der verschiedensten Art hat, oft soziale o.ä. Konflikte. Beachtet man dieses nicht o. ist nicht gewillt ehrlich hinzuschauen, ist der Fvw. genauso zum Scheitern verurteilt wie die Verbellarbeit.
Das soweit erstmal dazu.
Gruß Andrea

15

Montag, 17. November 2008, 12:56

DANKE

Erstmal Danke an alle bis auf weiteres... ich versuch das eine oder andere aus :o)

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