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1

Sonntag, 6. April 2003, 18:52

Wie fängt man mit der Rettungshundeausbildung an?

Hallo!

Bin zum ersten mal hier. Ich selbst hab einen Sheltie mit dem ich jetzt gerne eine Rettungshundeausbildung machen möchte. Würde gerne von euch wissen, was der Hund mitbringen muss dass er so eine Ausbildung überhaupt machen kann.

Was muss man dem Hund lernen? Zb bellen, ...

Und wer hat Erfahrung mit Shelties die auch bei den Rettungshunden sind?

Ivonne

markusw

Administrator

Beiträge: 1 823

Beruf: Wirtschaftsinformatiker

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2

Sonntag, 6. April 2003, 21:25

Das beste wäre,
wenn Du Dir mal ein paar Kontaktstaffeln raussuchst und bei denen mal vorbeischaust. Da kann man am besten sehen was Sache ist.

Wo kommst Du den her?
Grüßle Markus
Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das in höchst gefährlicher Weise den gesunden Tierverstand verloren hat. Nietzsche
https://www.rettungspfoten.de

3

Montag, 7. April 2003, 08:56

Ich komme aus Österreich, Innsbruck. Am Freitag hab ich bei jemanden der für Österreich zu ständig ist, ein Training, Unterordnung!

Ist es bei jeden verschieden wie man anfängt? Aber was muss der Hund mit sich bringen?

4

Montag, 7. April 2003, 11:02

Hallo Ivonne!

Dein Hund muß eigentlich nicht sehr viel mitbringen.
Die einzigen gegebenen Eigenschaften sollten Menschenfreundlichkeit und ein normales Verhalten gegenüber Artgenossen sein.
Von großen Vorteil ist es, wenn dein Sheltie einen hohen Spieltrieb hat. Es erleichtert die Ausbildung sehr.
Alles, was er und natürlich auch du lernen mußt, wirst du in deiner zukünftigen Staffel erfahren. Ich rate dir dringenst von Eigenexperimenten ab - dabei wird viel zu viel falsch gemacht und erschwert damit den richtigen Aufbau deines Vierbeiners. Gegen eine Unterordnung im herkömmlichen Sinn hat aber sicherlich keiner etwas, gemeint war z.B. die Anzeige (weil du nach dem Bellen fragtest).
An möglichen Staffeln fallen mir für Tirol nur die ÖRHB (Österr. Rettungshundebrigade) und die Bergwacht ein. Der ASB (meine Heimat) hat dort leider noch keine Einheit. Denkbar ist noch Rotes Kreuz und die Feuerwehr Innsbruck.

Freut mich, daß hier noch jemand aus dem "Süden" ist.

liebe Grüße
Dieter
Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken,
als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.

Louis Armstrong, amerikanischer Jazzmusiker (1900 - 1971)

5

Montag, 7. April 2003, 11:02

HI!

Also was genau habt ihr denn gemacht? Was verstehst du unter Unterordnung?

Ein Rettungshund sollte menschenfreundlich sein, nicht zu ruhig, motivierbar, fürhig, anpassungsfähig, nicht ängstlich, verträglich, etc sein.

Das wäre der Wunschhund, aber es gibt immer Ausnahmen und erst die Unterschiede machen es interessant.Wären alle Hunde gleich,wäre das nicht gut, denn ein Hund sucht pinkelfein jeden cm2 ab, ein anderer schweift weiter aus, so gibt es für jede Situation einen Hund und wer weiß wie er verschiedene Typen einsetzt, der hat schon viel gut gemacht.

Es gibt verschiedene Anzeigearten, Bellen ist eine der beliebtesten.

Es gibt verschiedene Techniken, es HUnden beizubringen, aber die meisten beginnen damit, die ANzeigen aufzubauen. Ohne eine Anzeige ( wie auch immer sie aussehen mag, Freiverweiser, Bringsel, Bellen etc) ist die Sucharbeit sinnlos.

Schreib mal etwas mehr.
Was möchtest du denn wissen?


Robert

6

Montag, 7. April 2003, 11:22

Ich möchte gerne wissen was ihr macht? Lernt ihr dem Hund verbellen wenn er jemanden gefunden hat? Sagen wir so was ist heut zu tage üblich bei den Rettungshundestaffeln?
Ich möchte wissen was ich dem Hund schon im vorhinein lernen kann was er unbedingt braucht!

7

Montag, 7. April 2003, 11:26

Hallo Dieter!

Woher kommst du genau?

Bei uns in Innsbruck gibt es eben leider gar nichts. Am Freitag trainier ich bei jemanden mit der für Innsbruck etwas macht, selbst aber keinen Platz hat.

Mein Hund ist sehr gierig auf Wurst. Er bringt mir auch Spielzeug, aber nur wenn es danach Wurst gibt. Die BGH hat er schon, und ist eigentlich super in Unterordnung. Er ist für einen sheltie eigentlich gar nicht schüchtern oder ängstlich, im Gegenteil er sucht alles was er machen kann!

Was hast du für einen Hund?

Ivonne
»UserDeleted[1]« hat folgendes Bild angehängt:
  • pruefung6.jpg

8

Montag, 7. April 2003, 12:02

Hallo Ivonne!


Also ich würde mal sagen in Europa ist 96% verbellen angesagt. Sprich der Hund rennt zum Opfer und verbellt.

Ein eigener Übungsplatz ist nicht so sonderlich wichtig. Es wäre schon gut, aber wichtig ist, dass das Training liebevoll aufgebaut wird, dass der Hund nicht sofort hineingeschmissen wird und überfordert wird, sondern dass er langsam lernt, aber dafür kontinuierlich, dass das gemacht wird was ihm entspricht.

Wenn dein Hund geil auf Wurst ist, dann passt das ja schon mal.
Wird dort mit Fressen gearbeitet?

Grüße
Robert

9

Montag, 7. April 2003, 12:10

Ich habe keine Ahnung ob dort mit Futter gearbeitet wird. Es ist am Freitag das erste Training für mich, aber nur Unterordnung!

10

Montag, 7. April 2003, 12:12

Was würdest du bevorzugen wenn der Hund kein bellen kann? Da wir in einer Wohnung leben dürfen bei uns die Hunde nicht bellen. Ich bin zwar gerade dabei ihm bellen auf Kommando zu lernen aber er traut sich nicht ganz recht.

Was würdest du verwenden nach bellen? Also wenn bellen nicht in Frage kommt!

11

Montag, 7. April 2003, 12:19

HI!

Warst du denn schon mal dort?

Wenn ja, wie ist es denn gemacht worden?

Meine Rettungshunde durften in der Wohnung auch nie bellen, wenn man ihnen das richtig beibringt, bellen sie auch im Alltag nicht mehr als sonst. Üb' es mit deinem Hund eben nur in Freien. UNd gebellt wird eben nur in bestimmten Situationen. sonst nicht.

Andere Anzeigemethoden sind komplizierter, und wirklich, nur am Bellen sollte es nicht scheitern.

Robert

12

Montag, 7. April 2003, 13:00

Hallo! Nein ich war noch nie dort, am FR das erste mal. Ich denke auch dass es am Bellen nicht scheitert, da gibt es schon andere Dinge die komplizierter sind. Und wir haben schon viele Hunde gehabt die das bellen auch lernen mussten.

Meine Mutter ist auch schon zweimal Weltmeisterin geworden!
www.hundeschnauze.com

Ivonne

13

Montag, 7. April 2003, 13:08

Gratulation an deine Mutter!

Wo werdet ihr denn am Freitag Unterordnung machen, wenn die Gruppe keinen Platz hat? Du hast ja geschrieben, dass es da keinen eigenen Hundeplatz gibt.
Ist es eine Organisation, oder ein Training unter Privatpersonen?

Das soll jetzt nichts gegen eine der beiden Sachen sein, es gibt bei beiden schlechte und gute Leute.

Wichtig ist nur, dass mit dem Hund liebevoll umgangen wird.


Robert

14

Montag, 7. April 2003, 13:31

Ich weiß leider nicht ob das eine private Gruppe oder ein Verein ist. Ich weiß nur dass er, mit dem ich trainiere, des Landesstellvertreter (Tirol) ist. Hier kannst du nachschauen auf dieser Page http://www.oerhb.at/

Wir trainieren UO auf einem Parkplatz! Gleich in der Nähe von mir. Flächensuche weiß ich dass wir das in einem Wald trainieren!

Ich bin deiner Meinung, dass man nur mit dem Hund liebevoll umgehen muss, dann ist es egal ob man Privat oder ein Verein ist.
Aber was ich selbst auch wichtig find ist, dass die Hunde nicht andere Hund angehen (beißen)!

15

Montag, 7. April 2003, 14:40

HI!


UO auf einem Parkplatz?!?
Naja, andere Länder andere Sitten.


Ich weiß nicht, was Beissen mit Rettungshundearbeit zu tun hat, es ist klar, dass HUnde sozialverträglich sein sollen. Das ist sicher.

Aber zu normalem Sozialverhalten gehören auch Diskussionen unter Hunden, und solange die ohne Verletzungen ausgetragen werden.
Alle meine HUnde sind sehr sozial, man kann sie alle nebeneinander arbeiten lassen, aber 2 haben so ihre Macken, einer lässt keine fremden Hunde an sein Auto, der andere verteidigt seine Futterschüssel. Kommt ein Fremder zu nahe gibts eine Abwarnung durch Knurren, wird das nicht respektiert, dann krachts auch schon mal, aber wichtiger ist dabei die Beisshemmung, es darf auch bei einem Krach keine Verletzungen geben.

Einer meiner frühen Hunde, leider weilt er nicht mehr unter uns, ist von einem Schäferhund während der Suche attakiert worden. Aber Rettungshundearbeit ist immer gefährlich für den Hund und mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden. Trümmerarbeit und auch die Flächensuche bieten genügend Möglichkeiten, dass sich der Hund verletzt. Es gibt auch genügend hunde, die dabei schon gestorben sind.
Es ist eben kein Sport, sondern eine wichtige Aufgabe.


Robert

16

Montag, 7. April 2003, 15:23

Hallo Ivonne!

Du hast da einen riesigen Haufen an Fragen aufgeworfen. Zu einigen Punkten gab es bereits teils heftige Diskussionen in diesem Forum. Wenn du Muse hast arbeite dich dort durch. Ich möchte nur zu ein paar Stellung nehmen.

Zuerst die leichten: Wenn du die Namen anklickst landest du bei der "Beschreibung" der einzelnen User - soweit sie es eingegeben haben! Bei mir findest du als "Heimat" Niederösterreich, genauer Klosterneuburg. Ich bin Mitglied der RH-Staffel des ASB St.Pölten. Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin führen wir Luna, unsere Berner Sennenhündin - liebevoll auch der Panzer oder auch die Flasche genannt - je nach Situation.

Zu den weiteren Punkten. Die Bestätigungsmethode - dazu gabs bereits viele Posts. Verkürzt gesagt kannst du mit beidem Arbeiten - Spielzeug oder Futter. Jetzt werden bald viele wieder über mich herfallen. Ich bin der Meinung, daß man mit beiden Varianten (je nach Hund) zum Ziel, wenn es das gibt, kommt. Wichtiger als das Bestätigungsobjekt ist vielmehr WAS du bestätigst. Hier passieren ungewollt die meisten Fehler. Deshalb stellen sich bei mir ganz heimlich die Nackenhaare auf, wenn ich von Bellen auf Kommando höre. Es spricht nichts dagegen deinem Hund das Bellen auf Befehl beizubringen - nur hat dies mit einem Anzeigebellen nichts zu tun (jetzt frißt mich der Rest). Damit sind wir auch schon bei der Anzeigeart.

Die in Mitteleuropa gebräuchlichsten hast du ja schon geschrieben bekommen. Da du scheinbar mit einer ÖRHB-Staffel Kontakt aufgenommen hast, bin ich mir sehr sicher, daß das Bellen zum Zug kommen wird. Der große Vorteil dabei ist ein und dieselbe Anzeige auf Flächen und auf Trümmern zu haben. Es gibt aber auch sehr gewichtige Argumente dagegen. Jeder, der einen weit schlagenden Hund hat und mit diesem vielleicht bei starkem Wind in gräbendurchsetzten Gelände oder dichten Wald gearbeitet hat, kann ein Lied davon singen.

Zum Thema wo Unterordnung (welch häßliches Wort) trainiert wird. Wenn die Sicherheit der Hunde und der anderen Verkehrsteilnehmer vorhanden ist, so ist das völlig in Ordnung. Je lebensnäher und abwechslungsreicher auch die UO geübt wird, desto besser wird es klappen. Wer hat den Satz:" ABER, am Hundeplatz kann er es doch ?!!" nicht schon gehört! Aber da hast du ja deine Mutter :D .

Ich hab auch bewußt von normalen innerartlichen Verhalten eines Hundes geschrieben. Sehr häufig interpretieren wir das Verhalten unserer Vierbeiner zumindestens teilweise falsch. Es gibt immer Interaktionen - problematisch werden diese aber meist erst beim Eingreifen des Menschen!

So, das reicht einmal

Freigegeben zum Fraß - Dieter :)
Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken,
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Louis Armstrong, amerikanischer Jazzmusiker (1900 - 1971)

17

Montag, 7. April 2003, 16:54

Hallo Dieter!

Ich bin erst neu hier und wusste nicht dass man die Namen anklicken konnte, aber danke für den Tipp!!

Ich werde mir sicher mal das ganze Forum anschauen und mir viele interessante Beiträge anschauen.
Ich bin deiner Meinung mit der Bestätigungsmethode. Ich arbeite am liebsten mit Wurst, aber dazu auch mit Spielzeug. Nur das Problem was viele Leute haben, sie bestätigen den Hund im falschen Moment. Es muss alles sehr schnell gehen dass der Hund wirklich weiß was er richtig gemacht hat. Das ist das schwierigste für die Leute den hund im richtigen Moment zu bestätigen.

Ich denke so, man muss Unterordnung nicht immer am Hundeplatz machen sondern auch wo anders dass der Hund sich an alles gewöhnen kann. Erstens kann sich der Hund an andere Geräusche gewöhnen usw. Und ausserdem der Hund muss dort und dort folgen!

18

Montag, 7. April 2003, 16:57

Ob man jetzt auf einem Parkplatz UO übt oder auf einem Hundeplatz macht, glaub ich, keine Unterschied. Der Hund muss dort und dort folgen.

Ich finde, ich weiß nicht was die anderen davon denken, der Hund sollte zu anderen Hunden schon fein sein. Weil wenn der Hund nur neben mir steht und nichts macht und ein anderer Hund beißt meinen Hund wegen nix und wieder nix dann weiß ich nicht mehr was ich sagen soll. Wenn ich jedesmal Angst haben muss zum Training zu gehen, weil ich weiß der Hund beißt dann macht es mir keinen Spaß mehr diese Ausbildung zu machen!!!

19

Montag, 7. April 2003, 17:01

Jaa Ivonne, da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Um das Timing der Bestätigung exakt hinzubekommen bewährt sich der Clicker sehr gut. Auch bei Distanzarbeiten klappt es so auf den genauen Punkt. Wenn du dich noch nicht damit beschäftigt haben solltest - die Zeit in diesem Bereich ist sicherlich keine verlorene!

lg
Dieter

und ich wünsch dir einen schönen Beginn im RH-Wesen
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Louis Armstrong, amerikanischer Jazzmusiker (1900 - 1971)

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Montag, 7. April 2003, 17:05

Zum Thema beissen.

Das hat nun auch wieder zwei Seiten. Wenn eine einzelne Hundepaarung nicht und nicht miteinander kann, dann müssen die Führer bzw. die EL darauf rücksicht nehmen. Wenn aber ein Hund mit keinen anderen, zumeist gleichgeschlechtlichen kann, dann hat er in einer Staffel nichts verloren (meine Meinung).

Dieter
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Louis Armstrong, amerikanischer Jazzmusiker (1900 - 1971)

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